Tatort-Vorschau: „National feminin“ Frauen als Faschisten

Von Bettina Hartmann 

In der Folge „National feminin“ ermitteln Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz in der jungen, rechten Szene. Erneut greift das Göttinger „Tatort“-Team somit ein brisantes politisches Thema auf.

Leon Ciaballa (Jonas Minthe), Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) entdecken einen verdächtigen Fahrradfahrer. Foto: NDR 11 Bilder
Leon Ciaballa (Jonas Minthe), Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) und Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) entdecken einen verdächtigen Fahrradfahrer. Foto: NDR

Stuttgart - Es geht Schlag auf Schlag beim „Tatort“ aus Göttingen. Erst vor vier Wochen sahen sich Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) in einem Mordfall mit neuen Techniken der Kriegsführung konfrontiert, nun müssen sie in „National feminin“ nach dem gewaltsamen Tod einer Studentin in der rechten Szene ermitteln. Die setzt sich nicht aus dumpfen Glatzen zusammen, ihre Protagonisten sind gebildet und eloquent. Jenny Schily in einer starken Rolle als lesbische Juraprofessorin auf dem Weg zur Verfassungsrichterin etwa erinnert an die AfD-Chefin Alice Weidel. Erneut greift die Reihe somit ein aktuelles Thema auf.

Flirt mit dem Pathologen

Der Fall um den Mord an Marie Jäger (Emilia Schüle), die sich in ihrem Videoblog „National feminin“ als „feministische Patriotin“ inszeniert, wird allerdings etwas schwerfällig, mitunter auch oberlehrerhaft erzählt. Immerhin hält sich der Kleinkrieg zwischen den beiden Kommissarinnen in Grenzen.

Dass der Flirt zwischen Lindholm und Nick Schmitz (Daniel Donskoy), Pathologe und pikanterweise Ehemann der Kollegin, weitergesponnen wird, wäre allerdings verzichtbar gewesen. Aber wer weiß, vielleicht wächst er sich im nächsten Fall, mit dem wohl erst 2021 zu rechnen ist, zu einem interessanten Nebenstrang aus. Sofern sich der Zuschauer dann noch daran erinnert.

Ausstrahlung: Sonntag, 26. April, ARD, 20.15 Uhr




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