Testturm in Rottweil Oben Weitblick, unten blickdicht

Mit einem Jahr Verspätung sind die Monteure am Fuß des Testturms angekommen. Foto: Thyssen-Krupp
Mit einem Jahr Verspätung sind die Monteure am Fuß des Testturms angekommen. Foto: Thyssen-Krupp

Er war der größte Nackedei des Landes. Jetzt haben die Monteure ihre Arbeit an der Außenhaut des Rottweiler Testturms endlich beendet. Sie dient keineswegs nur zur Zierde.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)
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Rottweil - Das Kleid passt. Sieben Wochen nach der offiziellen Eröffnung von Deutschlands höchster Aussichtsplattform auf dem Aufzugtestturms in Rottweil haben die Monteure nun auch die Arbeiten an der Außenhülle des Gebäudes beendet. Die Installation des Glasfasergewebes habe das gesamte Planungsteam, vor allem aber die Monteure vor große Herausforderungen gestellt, heißt es in einer Mitteilung von Thyssen-Krupp. Das Unternehmen hatte den Testturm bereits vor einem Jahr in Betrieb genommen. Die Fertigstellung der Außenhülle hatte sich verzögert.

Der Turm schraubt sich in den Himmel

Die rund 17 000 Quadratmeter große Membran aus polymerbeschichtetem Glasfasergewebe verleihe dem 246 Meter hohen Turm nicht nur sein endgültiges Erscheinungsbild, sondern soll ihn auch vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen und die Eigenbewegung des Gebäudes reduzieren. Durch den schraubenhaften Aufbau zerlegt sie die Kräfte des Windes. Bevor das weltweit höchste Membranprojekt der Welt realisiert wurde, sei die Hülle ausgiebig im Windkanal getestet worden.

Insgesamt sei die Membran von oben nach unten in drei Abschnitten montiert worden. Im oberen Bereich ist das Gewebe weitmaschiger und transparenter. Unten ist das Negligé, wie es der Architekt Werner Sobek bezeichnete, annähernd blickdicht. Oberhalb der Membran, im Bereich der Aussichtsplattform an der Spitze des Turms bietet sich hingegen eine Sicht über halb Baden-Württemberg, der an guten Tagen bis zum Stuttgarter Fernsehturm und zu den Alpen reicht. Geöffnet ist der Turm freitags bis sonntags.

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