Tierarzt muss schwer verletzte Tiere einschläfern Streunende Hunde reißen die Schafe des Samariterstifts

Von Arnold Einholz 

Für die betagten Bewohner sind die zutraulichen Tiere von großer Bedeutung gewesen.

Unter der Woche  hat die Hauswirtschaftsleiterin Anika Eberhardt-Rech die Tiere gefüttert und betreut. Am Wochenende sind es ehrenamtliche Helfer gewesen. Foto: factum/Archiv
Unter der Woche hat die Hauswirtschaftsleiterin Anika Eberhardt-Rech die Tiere gefüttert und betreut. Am Wochenende sind es ehrenamtliche Helfer gewesen. Foto: factum/Archiv

Leonberg - Die kleine, schwarze Saba war bereits tot. Franzi und Sternchen mussten wegen ihren schweren Verletzungen und Bisswunden vom Tierarzt eingeschläfert werden. Zwei streunende Hunde haben in der Nacht zum Mittwoch im Schafgehege des Samariterstifts ein Blutbad angerichtet.

„Wir stehen alle unter Schock“, sagte gestern Sylvia Reck, die Leiterin des Samariterstifts. Ein Nachbar sei in den Morgenstunden vorbeigekommen und meinte, mit den drei Schafen im Gehege des Samariterstift sei etwas nicht in Ordnung. „Nachdem wir dort angekommen waren, hat sich uns vor Ort ein Bild des Grauens geboten“, schildert Sylvia Reck.

Tierarzt kann die Schafe nicht retten

„Die kleine, schwarze Saba, deren Körper mit Bisswunden übersät war, lag regungslos da“, erzählt die Silvia Reck. Das jüngste Schaf, das das Pflegeheim erst vor wenigen Monaten erhalten hatte, war bereits verendet. Die beiden älteren Tiere, Franzi und Sternchen, standen völlig verstört in einer Ecke des Geheges und hatten ebenfalls viele blutende Wunden. Der hinzugezogene Tierarzt hat die beiden untersucht. Die Verletzungen waren so gravierend, dass der Arzt sich dazu entschlossen hat, die beiden Tiere einzuschläfern, um sie von ihren Qualen zu erlösen.

„Es ist ein trauriger Tag für alle. Vor allem für viele Bewohner, zu deren Tagesablauf auch dazu gehörte, regelmäßig bei Saba, Franzi und Sternchen vorbeizuschauen, die sich ganz zutraulich streicheln ließen und gelegentlich auch ein Leckerli bekamen“, schildert die Leiterin des Pflegheims in der Seestraße. „Die drei haben ganz einfach dazu gehört“, sagt Sylvia Reck, für die es unfassbar ist, dass Hunde zu so etwas im Stande sind.

Franzi und Sternchen waren im Sommer 2013 nach den Umbauarbeiten im Samariterstift hier als Lämmchen eingezogen. Als sie seinerzeit von Schäfer Karl Heinz Fauser angeliefert wurden, haben sie am nächsten Tag für Aufregung gesorgt, denn sie waren verschwunden. Nach einer erfolglosen Suche in der Umgebung konnte dann die Polizei einige Zeit später den entscheidenden Hinweis liefern. Die Schafe waren auf dem Weg zum Marktplatz entdeckt worden. Zu siebt mussten die Ausreißer mit einem Strick eingefangen und mit Polizeischutz zurück gebracht werden. Solche Episoden haben die Tiere allen besonders an Herz wachsen lassen.

Wie geht es nun weiter? „Wenn wir den Schock verdaut und vor allem die Hunde ermittelt wurden, denken wir vielleicht darüber nach, wieder Schafe anzuschaffen“, sagt Sylvia Reck. „Für unsere Bewohner sind sie sehr wichtig gewesen.“

Zeugen haben die Hunde gesehen

Bereits gegen Mitternacht seien die beiden Hunde in der Steinstraße und in der Eltinger Straße gesehen worden, meldet die Polizei. Gegen 7.30 Uhr wurden sie in der Seestraße beobachtet und kurz darauf wurden die gerissenen Schafe entdeckt. Um 10.30 Uhr meldete sich auch eine Anwohnerin der Keltenstraße, in deren Garten die Hunde ein Kaninchen getötet hatten.

Bei den Hunden handelt es sich der Beschreibung nach um ein größeres, hellbraunes Tier mit rotem Halsband sowie um einen etwa kniehohen, schwarzen Dobermannmischling. Die Polizei hat die Hunde gesucht, aber nicht gefunden. Hinweise zu dem Vorfall nimmt das Polizeirevier Leonberg unter der Telefonnummer 0 71 52 / 60 50 entgegen.




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