TSG Hoffenheim gegen VfB Stuttgart Fehlt dem VfB ein Lautsprecher?

VfB-Coach Matarazzo fordert von Führungsspielern wie Gonzalo Castro, Wataru Endo oder Orel Mangala (v. li.) in schwierigen Situationen mehr Verantwortung. Foto: Baumann 14 Bilder
VfB-Coach Matarazzo fordert von Führungsspielern wie Gonzalo Castro, Wataru Endo oder Orel Mangala (v. li.) in schwierigen Situationen mehr Verantwortung. Foto: Baumann

In der Mannschaft des VfB Stuttgart geht es auf dem Platz leise zu – zu leise? Sportchef Sven Mislintat tritt dem entschieden entgegen und sieht die Gründe für den Leistungsabfall im Hoffenheim-Spiel woanders.

Sport: Gregor Preiß (gp)

Stuttgart - Manchmal lügen Zahlen eben doch. Auch im Profifußball, wo jeder Spielzug, jeder Laufweg, jedes Dribbling hinterher eine statistische Tiefenanalyse erfährt. Für Pellegrino Matarazzo, den Trainer des VfB Stuttgart, war die Erklärung für den Leistungsabfall beim 3:3(2:1)-Unentschieden in Hoffenheim nach der Pause denkbar simpel. „Wir haben zu viele entscheidende Zweikämpfe verloren.“ Mit der Betonung auf entscheidende, denn die Match-Daten wiesen eigentlich etwas anderes aus: nämlich ein knappes Stuttgarter Zweikampfübergewicht von 51 zu 49 ­Prozent.

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In den vielen verlorenen Infights sah der Italoamerikaner den Hauptgrund dafür, dass seine Mannschaft nach einer sehr starken ersten Halbzeit und einer 2:1-Führung nach dem 2:2-Ausgleichstreffer (48.) die Kontrolle über das Spiel aus der Hand gegeben hatte. Wie schon beim vorausgegangenen Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt (2:2 nach 2:0-Führung) genügten taktische Umstellungen beim Gegner plus ein Gegentreffer, um den Aufsteiger aus dem Gleichgewicht zu bringen. Fast eine halbe Stunde lang lief man nur noch hinterher.

„Ich hätte mir in dieser Phase ein bisschen mehr Körpersprache, eine bessere Kommunikation auf dem Platz gewünscht“, kritisierte Matarazzo. Alle Führungsspieler, so sein Appell, sollten mehr Verantwortung übernehmen. Vor allem das Herzstück im Stuttgarter Spiel, das aus Orel Mangala, Wataru Endo, Daniel Didavi und Gonzalo Castro bestehende Mittelfeldquartett, dürfte damit gemeint sein.

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Allesamt eher stille Vertreter ihrer Zunft. Keine Lautsprecher, keine sogenannten emotionalen Leader im Stile eines Joshua Kimmich, die ihre Mannschaftskameraden verbal mitreißen und in kniffligen Situationen in der Lage dazu sind, das Spiel durch ein paar scharfe Kommandos wieder an sich zu reißen. Der Einzige, der in der leeren Sinsheimer Arena zu hören war, ist Torhüter Gregor Kobel. Der Schweizer gilt in der Mannschaft schon als Lautsprecher.

Auf die mangelnde Kommunikation im Team angesprochen, schüttelt Sportdirektor Sven Mislintat aber energisch den Kopf. „Das wird sicher Teil unserer Analyse zum Spiel sein. Aber ich finde nicht, dass das ein großes Thema ist.“ Mislintat erinnert in dem Zusammenhang an die guten Phasen im Spiel besonders in der ersten Hälfte. „Da hatten wir keine andere Kommunikation auf dem Platz und trotzdem super gespielt.“ Überhaupt findet der Sportchef, dass es nichts nützt, „wenn einer auf dem Platz nur herumschreit“.

Mislintat sieht kein Kommunikationsproblem

Kommunikation und Körpersprache drücken sich für ihn vielmehr in der richtigen Zweikampfführung aus. Da, räumt er ein, hätte die Mannschaft in der zweiten Hälfte von Sinsheim mit mehr Härte dagegenhalten müssen. Doch das, genauso wie „ein bisschen abgezockter zu sein“, gehöre zum Lernprozess der jungen Mannschaft.

Der sollte mit Blick auf die anstehenden Aufgaben eher schnell statt langsam voranschreiten. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) wartet der FC Bayern München, anschließend stehen die Auswärtsspiele bei Werder Bremen und Borussia Dortmund auf dem Spielplan.

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