Turnverein in Birkach Sportler klagen über zu wenig Platz

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Der Leiter der Volleyballabteilung des TSV Birkach will mit Bürgermeister Martin Schairer über die Hallenzeiten im Bezirk sprechen. Diese seien unzureichend. Dem Verein fehle zunehmend ein Platz zum Trainieren.

Die Idee, dass die Birkacher Volleyballer teils in die Plieninger Wolferhalle ausweichen, funktioniert nicht: Die Plieninger Vereine haben selbst Platzprobleme. Foto: Yavuz Dural
Die Idee, dass die Birkacher Volleyballer teils in die Plieninger Wolferhalle ausweichen, funktioniert nicht: Die Plieninger Vereine haben selbst Platzprobleme. Foto: Yavuz Dural

Birkach - Der Termin sei bereits ausgemacht, sagt Wolfgang Roßkopf von der Volleyballabteilung des TSV Birkach. Er will den Bürgermeister Martin Schairer treffen, der unter anderem auch für den Sport in der Landeshauptstadt zuständig ist. Bereits bei der Bürgerversammlung im November in Birkach meldete sich der Leiter der Volleyballabteilung zu Wort. Er monierte damals, dass die Hallenzeiten den Bedürfnissen des TSV nicht gerecht würden. So sei schließlich der Gesprächstermin mit dem Sportbürgermeister zustande gekommen, sagt Roßkopf.

Der Leiter der Volleyballabteilung will Bürgermeister Schairer klarmachen, dass die räumlichen Kapazitäten in der Alfred-Wais-Halle in Birkach an ihre Grenzen stoßen. Obwohl die Halle nicht mehr als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt wird, sei deshalb die Freude des Vereins über den wiedergewonnen Trainingsort begrenzt. „Die Halle ist von Montag bis Freitag besetzt“, sagt Roßkopf. Da die Abteilung der Volleyballer nicht die einzige ist, die eine Halle benötigt, müsse sie zum Teil auf die Kleinturnhalle der Grundschule Birkach ausweichen. Diese sei gerade noch groß genug, sagt Roßkopf. „Die Trainingsfläche ist etwa ein Meter größer als ein Volleyballspielfeld, und die Halle ist nicht sehr hoch.“

Mehr Trainingszeiten sind unmöglich

In der kommenden Saison würde die Abteilung gern mehr Trainingszeiten anbieten, sagt Roßkopf. Unter den gegebenen Bedingungen sei dies aber schlichtweg nicht realisierbar, meint er. „Wenn es weiteren Zuwachs gibt, wird es nicht mehr funktionieren wie bisher.“

Der Leiter der Birkacher Volleyballabteilung hat sich bereits beim TV Plieningen umgehört, ob seine Spieler zeitlich begrenzt in der Wolferhalle Raum zum Trainieren finden könnten. Das Problem: „Die Plieninger haben mir gesagt, dass sie selbst keine Kapazitäten mehr haben, um uns für ein paar Stunden die Halle zu überlassen“, berichtet Roßkopf. Er schließt daraus, dass die Stadtverwaltung eine Lösung sowohl für Plieningen als auch für Birkach finden sollte. Folker Baur, Erster Vorsitzender des TV Plieningen, macht zunächst deutlich, dass nicht der Verein, sondern das Sportamt über die Belegung der Plieninger Halle Im Wolfer entscheide.

Solidarität ist kein Dauerzustand

Allerdings stimmt er der Aussage Roßkopfs zu, dass die Halle keine weiteren Kapazitäten habe. „Während der Belegung der Alfred-Wais-Halle mit Flüchtlingen sind wir aus Solidarität mit den Birkachern noch weiter zusammengerückt, damit sie bei uns trainieren können. Das kann aber kein Dauerzustand für unsere Sportler sein“, meint Baur.

Die einfachste Lösung, die ihm einfalle, sei deshalb der Bau einer neuen Turnhalle, die von Plieningern und Birkachern genutzt werden könnte, sagt der TSV-Abteilungsleiter Wolfgang Roßkopf. Eine Idee, wo diese gebaut werden könne, habe er allerdings nicht. „Ich will der Stadt nun erst einmal klarmachen, dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, damit die Jugend auch weiter Sport machen kann“, sagt Wolfgang Roßkopf.

Zweifel an Realisierbarkeit

Folker Baur erinnert daran, dass sich der TV Plieningen immer für eine Mehrzweckhalle am Paracelsus-Gymnasium eingesetzt hat. In ihr sollten auch die Vereine trainieren können. „Natürlich wäre eine weitere Halle toll“, sagt er. Doch es ist aus seiner Sicht nicht realistisch, davon auszugehen, dass die Stadt tatsächlich eine neue Turnhalle bauen wird. „Ich kann mir das nicht vorstellen. Immerhin gibt es auch Stadtteile, die überhaupt keine Halle zum Trainieren haben“, meint der Vorsitzende.

So sieht das im Wesentlichen auch die Stadt Stuttgart. Auf Anfrage räumt die Verwaltung ein, dass die Hallenversorgung in Birkach unter dem Durchschnitt liegt. Dennoch sei es unabhängig von der rechnerischen Versorgung unmöglich, auf alle Wünsche von Sportvereinen einzugehen. Allerdings, teilt ein Sprecher der Stadt mit, sei die Verwaltung stets am Kontakt und einem Austausch mit dem TSV Birkach über die Belegungszeiten in den Hallen interessiert.

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