TVB 1898 Stuttgart verliert gegen Frisch Auf Göppingen Harmlos, kopflos, chancenlos

Tim Kneule von Frisch Auf Göppingen blockt Kraus’ Wurfversuch. Foto: Pressefoto Baumann 5 Bilder
Tim Kneule von Frisch Auf Göppingen blockt Kraus’ Wurfversuch. Foto: Pressefoto Baumann

Die Handballer des TVB 1898 Stuttgart haben im Derby gegen Frisch Auf Göppingen mit 29:35 verloren. Eine Fortsetzung des schwachen letzten Spiels gegen Flensburg, resümiert der Sportliche Leiter.

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Stuttgart - Handball-Bundesligist TVB 1898 Stuttgart kassierte im Derby gegen Frisch Auf Göppingen eine klare Niederlage. „Das war die Fortsetzung des schwachen letzten Spiels gegen Flensburg“, sagte der Sportliche Leiter Günter Schweikardt nach der 29:35-Schlappe, „die erste Hälfte ist völlig unbefriedigend gewesen.“ So sah es auch Spielmacher Michael Kraus: „Frisch Auf war heute besser. Das müssen wir anerkennen.“

Schon nach der ersten Hälfte waren die Gäste-Akteure von ihren Fans mit lautem Applaus in die Kabine verabschiedet worden: Beim Stand von 17:9 war die Partie bereits zu Gunsten der Göppinger entschieden. Dabei hatte der TVB stark begonnen. Michael Kraus erwischte gegen seine ehemaligen Kollegen einen super Start, erzielte die ersten drei Tore und war auch am vierten Treffer durch Kreisläufer Simon Baumgarten als Passgeber beteiligt. Doch noch dem 4:2 (5.) ging bei den Gastgebern nichts mehr. Rückraumwerfer Dominik Weiß schoss eine Fahrkarte nach der anderen, und auch der weitgehend auf sich alleine gestellte Michael Kraus baute von Minute zu Minute ab. Zudem erhielt Kapitän Michael Schweikardt nach einem Schlag ins Gesicht von Niclas Barud zu Recht die direkte Rote Karte (16.). Den Göppingern um Tim Kneule (6), Jens Schöngarth (5), Manuel Späth (5) und Marco Rentschler (5) reichte gegen die löchrige und zweikampfschwache TVB-Defensive eine solide Leistung, um über 6:4 und 10:6 auf 14:7 und 17:9 davonzuziehen. Nach den ersten 30 Minuten glaubte kaum einer der 6211 Zuschauer in der Stuttgarter Porsche-Arena mehr an eine Wende im Spiel – und diese blieb auch aus.

Chance von TVB-Coach auf Bundestrainer-Job sinkt

FAG-Torhüter Primoz Prost (14 Paraden) und seine Kollegen hielten den TVB Stuttgart souverän auf Distanz. Die Gastgeber kämpften und stellten auch die Abwehr mehrmals um, zudem trieb Michael Kraus (8) das Spiel unermüdlich an, leistete sich aber wie seine Kollegen viel zu viele Unkonzentriertheiten und vermeidbare Fehler. Näher als auf vier Tore (23:27/51. Minute) kam der TVB nicht mehr heran – und kassierte am Ende eine schmerzhafte Niederlage. Der Kampf gegen den Abstieg wird für den Viertletzten (8:20 Punkte) immer nervenaufreibender, während die Göppinger mit nun 11:17 Punkten den Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle hergestellt haben. „Es war für mich kein Spiel wie jedes andere“, sagte Göppingens Manuel Späth, der nächste Saison für den TVB Stuttgart spielen wird, „ich habe heute alles für Frisch Auf gegeben, was die Fans auch gesehen haben.“

Derweil scheinen die Chancen von TVB-Coach Markus Baur, nach der WM im Januar 2017 den Job von Bundestrainer Dagur Sigurdsson zu übernehmen, etwas geringer geworden zu sein. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat angeblich seinem Favoriten Christian Prokop zugesagt, dass er im Falle eines Engagements beim Nationalteam weiter parallel den Bundesligisten SC DHfK Leipzig betreuen dürfte. Der Verband will dem 37-Jährigen gestatten, zumindest für ein Jahr in Doppelfunktion zu arbeiten. Denkbar ist offenbar, dass sich der DHB und der Verein in dieser Zeit das Gehalt teilen. „Ich möchte das Amt des Bundestrainers annehmen. Die Entscheidung ist mir schwer gefallen, Leipzig ist eine Herzensangelegenheit“, hatte Prokop in der vergangenen Woche erklärt. Eine schnelle Einigung zwischen dem Verband und dem Verein ist allerdings nicht zu erwarten. „Eine Entscheidung in diesem Jahr ist eher unwahrscheinlich“, erklärte der für den Sport zuständige DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

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