Umfrage im Kreis Esslingen Konjunkturmotor läuft wie geschmiert

Die Industrie ist und bleibt der Wirtschaftsmotor auch im Kreis Esslingen. Foto: dpa
Die Industrie ist und bleibt der Wirtschaftsmotor auch im Kreis Esslingen. Foto: dpa

Die Wirtschaft im Kreis Esslingen ist weiter zufrieden. Vor allem die Industrie und der Dienstleistungssektor boomen. Der IHK-Kammer-Chef warnt dennoch vor den Folgen des Fachkräftemangels.

Esslingen: Wolfgang Berger (ber)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Kreis Esslingen - Voll in Fahrt“ – allein die Überschrift des aktuellen Konjunkturberichts der Industrie- und Handelskammer im Bezirk Esslingen-Nürtingen zeigt, dass die Firmen im Kreis Esslingen weiter auf der Überholspur sind. Einmal mehr sind die Signale aus der Wirtschaft sehr positiv.

Schon seit vier Jahren herrscht eitel Sonnenschein

Die befragten Firmen meldeten überwiegend gute Geschäfte im In- und Ausland, was einen anhaltenden Konjunkturschub bringe. Sowohl die Bewertung der wirtschaftlichen Lage als auch die der Geschäftserwartungen verbleibe solide auf Rekordniveau. „Seit vier Jahren lautet der Tenor der Konjunkturumfragen: Die Wirtschaft im Landkreis brummt. Das freut uns natürlich“, kommentiert Heinrich Baumann, Präsident der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, die jüng­sten Umfrageergebnisse.

Gute Stimmung herrsche – mit Einschränkungen beim Handel – über alle Branchen hinweg. Sie werde jedoch vor allem von der Industrie getragen. Das Fundament des Erfolgs seien starke Exportzahlen. Eine steigende Binnennachfrage flankiere die positive Entwicklung maßgeblich. Sie spiegele das Ergebnis aus positiven Investitionsplänen und steigenden Beschäftigtenzahlen wider. Das damit verbundene wachsende Einkommen lasse den privaten Konsum steigen, heißt es im Bericht.

Der Handel hinkt etwas hinterher

Die gute Konjunktur wirke sich auf die Beschäftigungspläne der Firmen aus. 29 Prozent der Betriebe suchten nach Personal. Ihnen stünden nur zehn Prozent gegenüber, die eventuell Personal entlassen. 61 Prozent der Unternehmen kündigten an, ihre Beschäftigtenzahl zu halten. Ein Wermutstropfen gibt es im Bericht: Gravierende Fachkräfteengpässe zeigten einem noch deutlicheren Aufschwung seit Längerem Grenzen auf. Erstmalig benannten die Betriebe den Fachkräftemangel als Hauptrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung.

Den Vergleich mit der Wirtschaftskraft in der Region Stuttgart müsse der Landkreis Esslingen nicht scheuen. Eine Gegenüberstellung der IHK-Konjunkturindikatoren zur aktuellen Geschäftslage und zur künftigen Geschäftserwartung im Landkreis Esslingen mit denen in der Gesamtregion Stuttgart zeige keine bedeutenden Abweichungen. Einzig der Handel liege sowohl bei der Bewertung der aktuellen Geschäfte als auch beim Blick in die Zukunft deutlich unter den Regionswerten.

Trotzdem melden 31 Prozent der Händler gute Geschäfte, zufrieden sind immerhin 61 Prozent. Für das laufende Jahr stehen 16 Prozent Optimisten neun Prozent Pessimisten gegenüber. Dabei seien die Skeptiker eher im Lager der Einzelhändler zu finden, der Großhandel blicke zuversichtlicher ins neue Jahr.

Die Fabriken sind fast vollständig ausgelastet

Im Bereich der Industrie spreche die hohe Kapazitätsauslastung von 90 Prozent Bände. 59 Prozent der Industrieunternehmen berichteten von einer guten aktuellen Geschäftslage, 38 Prozent seien immerhin zufrieden. Nur knappe drei Prozent klagten über schlechte Geschäfte. Die Auftragseingangspläne zeigen weiterhin nach oben.

Im Dienstleistungssektor halte der Höhenflug an. „Die Geschäfte laufen weiterhin top“, so die IHK. So bewerten 67 Prozent aller Dienstleistungsunternehmen ihre Geschäftslage mit gut, ein gutes Viertel ist zufrieden. Ungeachtet der strotzenden Konjunktur appelliert Kammer-Chef Baumann an die Politik. Entscheidend für die Wirtschaft seien „verlässliche Rahmenbedingungen, um weiterhin gute Entscheidungen treffen zu können“.




Unsere Empfehlung für Sie