Unterführungsbaustelle Stetten-Beinstein Wie eine abendliche Lichtinstallation

Von Harald Beck 

Ein hoch aufragender, nachts beleuchteter Übergangssteg zeugt im Weinstädter Westen von der Baustelle der S-Bahn-Unterführung.

Fast wie eine beleuchtete Himmelsleiter: die hoch aufragende  provisorische Überführung an der Haltestelle Stetten-Beinstein. Foto: /Gottfried Stoppel
Fast wie eine beleuchtete Himmelsleiter: die hoch aufragende provisorische Überführung an der Haltestelle Stetten-Beinstein. Foto: /Gottfried Stoppel

Bahn - Es ist in mehrfacher Hinsicht eine besondere Baustelle im Endersbacher Westen, wo derzeit der Aushub für die neue Personenunterführung samt der nötigen Vorrichtungen für barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen der S-Bahn-Haltestelle Stetten-Beinstein stattfindet. Zum einen liegt die Station, die namenstechnisch den betreffenden Waiblinger beziehungsweise Kernener Teilorten gilt, mitten auf Weinstädter Fläche in Endersbach. Zum anderen leuchtet des Nachts der mit Baustellenbeginn eingerichtete provisorische und selbstverständlich wohlbeleuchtete Fußgängersteg über die Bahngleise allabendlich wie eine Lichtinstallation im öffentlichen Raum.

Bauprojekt für rund 3,6 Millionen Euro

Das nachtstrahlende Provisorium wird noch eine ganze Weile erhalten bleiben. Nach dem Aushub werden als zweite Stufe des bereits Anfang des vergangenen Jahres begonnenen und während der Remstal-Gartenschau unterbrochenen Unterführungsbaus vom Sommer diesen Jahres an zunächst einmal die Zugänge zur künftigen Unterführung gegraben. Bis zum Ende des Jahres, so sieht es der Zeitplan der Deutschen Bahn vor, will man mit den Hauptbauten des insgesamt rund 3,6 Millionen Euro teuren Projektes weitgehend fertig sein.

Zumindest bisher sei man im vorgesehenen Zeitplan, heißt es dazu seitens der Bahn. Und im Frühjahr 2021 könnten dann, sofern dies auch im Lauf des Jahres so bleibt, die einzelnen Teile des Neubaus samt der zugehörigen Aufzüge abgenommen werden.

Bis dahin bleibt es an der Haltestelle bei den momentanen Einschränkungen, die unter anderem Rollstuhlfahrer oder auch Eltern mit Kinderwagen besonders trifft Schließlich ist der Steg mit seiner Vielzahl an Treppen für Behinderte und Fahrzeugnutzer nicht zu bewältigen. Während der Bauzeit ist die Haltestelle in keiner Weise barrierefrei. Für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen verweist die Bahn auf ihre Mobilitätszentrale, die per Telefon (01 80/61 25 12), Telefax (01 80/5 15 93 57) oder per E-Mail (msz@deutschebahn.com) erreichbar ist. Die Mitarbeiter, so teilt die Bahn mit, organisierten die benötigten Hilfsdienste bei Aus-, Um- oder Einsteigen – und zwar auch auch für Kunden von anderen Eisenbahnunternehmen.

Die letzte nicht barrierefreie S-Bahnhaltestelle im Remstal

Der barrierefreie Zugang an allen S-Bahnsteigen ist wiederum seit Jahren Wunsch und Forderung der Kommunen entlang der Remsbahn. Ebendies ist auch das Ziel der jetzigen Bauarbeiten. Die Haltestelle Stetten-Beinstein ist dabei die letzte der S-Bahn-Stationen entlang der Rems, bei der die Barrierefreiheit bislang noch nicht realisiert ist.

Ein weiteres Ärgernis für Schienenreisende während des Unterführungsbaus ist der dadurch verursachte Mangel an Stellplätzen auf dem zur Haltestelle gehörenden Park&Ride-Platz. Wegen der Baustelle ist das Angebot an Parkplätzen dort um knapp 50 geschrumpft. Auch diverse Fahrradstellplätze sind bis zum kommenden Frühjahr nicht nutzbar. Hier prüft die Stadt derzeit alternative Abstellmöglichkeiten. Bis für die an der Haltestelle ohnehin knappen Stellplätze für Autos grundlegend Abhilfe geschaffen wird, wird es aber noch etwas länger dauern als bei der Vollendung der Barrierefreiheit. Ein Parkhaus mit 150 Stellplätzen soll dort in de nächsten Jahren die Zahl der Parkplätze für Bahnfahrende auf etwa 360 erhöhen.