VfB-Einzelkritik Wenige Akzente, viele Fehler

William Kvist (rechts) ist gegen seinen früheren Club nur ein Mitläufer gewesen. Foto: dpa
William Kvist (rechts) ist gegen seinen früheren Club nur ein Mitläufer gewesen. Foto: dpa

Stuttgart - Eines der wenigen positiven Dinge, die die VfB-Spieler aus dem 0:0 gegen den FC Kopenhagen mitnehmen konnten, ist: sie sind noch nicht ausgeschieden aus der Gruppenphase der Europa League. Ansonsten gab es allerdings herzlich wenig, was den Stuttgartern Mut für die nächsten Spiele geben könnte. Die Einzelkritik.

Sven Ulreich: Note 2-3

Gegen die defensiv agierenden Gäste aus Kopenhagen war der Schlussmann nicht gefordert – und erlebte einen geruhsamen Abend.

Gotoku Sakai: Note 4-

War nach hinten nicht gefordert. Der Japaner wusste seine Freiräume im Spiel nach vorne aber nicht zu nutzen. Versuchte sich eifrig am Flanken - aber es blieb beim Versuch.

Serdar Tasci: Note 2+

Der Kapitän präsentierte sich als ein echter Anführer und verdiente sich in den Reihen des VfB die Bestnote. Tasci war in den Zweikämpfen präsent, machte sich um den Spielaufbau verdient – und stauchte seine schlafmützigen Kollegen ein ums andere Mal zusammen.

Georg Niedermeier: Note 3-

Der Bayer im Trikot des VfB ist ein tapferer Kämpfer, was sich gegen Kopenhagen in der Schlussphase zeigte, als sich der kopfballstarke Niedermeier auch nicht zu schade war, vorne im Sturm den Rammbock zu spielen. Doch im Spielaufbau und der Übersicht muss der Innenverteidiger noch viel dazu lernen.

Cristian Molinaro: Note 5-

Für einen Spieler, der Ansprüche in Richtung der italienischen Squadra Azzurra anmeldet, war die Vorstellung des Linksverteidigers gegen die Dänen eine ganz traurige. Kein Flanke kam an, dazu gesellten sich bei Molinaro viele kleine Unsicherheiten, sodass die Nummer 21 der schwächste Stuttgarter war.

William Kvist: Note 3-4

Gegen seinen Ex-Club hätte man vom Drahtzieher im Mittelfeld viel mehr erwartet. Anstatt wie noch im Spiel beim Hamburger SV Akzente zu setzen, war Kvist nur ein Mitläufer. Als es in der Schlussphase für ihn und die Kollegen besser lief, war gegen defensivstarke Kopenhagener nichts mehr zu machen.

Holzhauser schleppt sich über den Rasen

Martin Harnik: Note 5

Der Österreicher mit Hamburger Wurzeln, der eigentlich zu den Juwelen im Kader des VfB gehört, steht derzeit neben sich. Oder ist Harnik einfach überspielt? Jedenfalls ist von der Frische und der Explosivität der rechten Offensivkraft derzeit nicht viel zu sehen. Auch bei Dribblings blieb die Nummer sieben hängen.

Christian Gentner: Note 4

Beim 1:0 in Hamburg noch exzellent, war das VfB-Eigengewächs diesmal seltsam orientierungslos. Ob es daran gelegen hat, dass Gentner muskuläre Probleme zu schaffen machten? Seinen Stempel konnte der Nürtinger der Partie jedenfalls zu keiner Zeit aufdrücken.

Raphael Holzhauser: Note 4-

Mit 19 Jahren genießt ein Profi noch Welpenschutz. Dennoch war für niemanden der lediglich 15.300 Fans im Stadion zu übersehen, dass der Österreicher platt war. So schleppte sich der 1,93 Meter große Blondschopf mehr über das Spielfeld, als dass er durch Kreativität auffiel.

Ibrahima Traoré: Note 3-4

Der leichtfüßige Afrikaner litt auch darunter, dass er auf seiner linken Seite von Cristian Molinaro keinerlei Unterstützung erhielt. Zu Beginn der Partie noch ein Lichtblick im VfB-Kollektiv, der mit einem Torschuss in der Anfangsviertelstunde auf sich aufmerksam machte, passte sich Traoré dann der Teamleistung an. Daher muss das Leichtgewicht weiter beweisen, dass es auf hohem Niveau auch über die Distanz bestehen kann.

Vedad Ibisevic: Note 4+

Das war diesmal nichts für den Stuttgarter Torjäger vom Dienst. Denn auch in das Spiel des Bosniers, der sich häufig anbot und auch angespielt wurde, schlichen sich zu viele technische Fehler ein. Also muss Ibisevic die Partie gegen Kopenhagen, als er lediglich mit einem Fallrückzieher-Versuch auf sich aufmerksam machte, als eine der schlechteren während seiner Zeit beim VfB verbuchen.

Tunay Torun: Note 3+

Wenn es einen Gewinner der schwachen Europa-League-Partie gegeben hat, dann war es der ballsichere Türke. Torun stand auch im Mittelpunkt, als das Schiedsrichtergespann aus Portugal in einer umstrittenen Szene in der 47. Minute keinen Elfmeter pfiff. Stattdessen gab es Gelb wegen einer vermeintlichen Schwalbe für Torun, dem die Partie gegen Kopenhagen aber Auftrieb geben dürfte.