VfB Stuttgart Die Familie geht Maza über alles

Francisco Javier Rodrâguez Pinedo - kurz: Maza Foto: Pressefoto Baumann 8 Bilder
Francisco Javier Rodrâguez Pinedo - kurz: Maza Foto: Pressefoto Baumann

Der VfB-Verteidiger kriegt Verstärkung: Seine Frau und Kinder kommen aus Mexico nach Stuttgart. Maza freut sich, denn er ist ein Familienmensch.

Sport: Heiko Hinrichsen (hh)
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Stuttgart - Im Management des VfB Stuttgart ist inzwischen eine Vorliebe für Professorenkinder unübersehbar. Schließlich stammt neben dem Dänen William Kvist, dessen Mutter an der Pädagogischen Hochschule von Kopenhagen doziert, auch der zweite Neuzugang des Fußball-Bundesligisten aus akademischem Haus. Denn Senor Rodrâguez Pinedo, der Vater des Innenverteidigers Maza, lehrt an der Universität des Bundesstaates Sinaloa im Westen Mexikos im Fach Ingenieurswissenschaften.

Während der Vater Mitte der achtziger Jahre sein Wissen im Hoch- und Tiefbau weitergab, ermunterte die Mutter des VfB-Profis ihren Sohn früh, Sport zu treiben. Also schnallte sie sich den zweitgeborenen Sohn Luis Arturo mit einem Tragegurt vor die Brust, damit der ältere Javier bereits mit vier Jahren mit dem Fußballspielen beginnen konnte. "Ich gebe alles für meinen Beruf. Aber meine Familie ist mir das Wichtigste. Sie ist mein Ansporn", sagt Maza daher, obwohl ihm sein Geburtsort Mazatlán an der mexikanischen Pazifikküste fußballerisch ziemlich schnell zu klein wurde.

Also hieß es bereits mit 15 Jahren Abschied nehmen. Javier Francisco Rodrâguez Pinedo wechselte ins sechs Autostunden entfernte Guadalajara, zum Club Deportivo, genannt Chivas, wo er sich über das Jugendinternat und die zweite Mannschaft zum Stammspieler der Erstligaelf entwickelte.

Maza etablierte sich schnell

Im Jahr 2006, Javier Rodriguez war mit Chivas im Sommer Meister geworden und hatte aus Liebe zum Heimatort MazatlÖn längst den Künstlernamen Maza angenommen, hörte der Abwehrmann zum ersten Mal mehr vom VfB Stuttgart. Das war in der Nationalelf, in der er damals bereits seit zwei Jahren spielte. "Pavel und Oso haben mir vom deutschen Fußball erzählt und dass es ihnen in Stuttgart sehr gefällt", sagt Maza über die Kollegen aus der mexikanischen El Tri, den defensiven Mittelfeldmann Pavel Pardo und den Rechtsverteidiger Ricardo Osorio, die in ihrer ersten Saison in Stuttgart gleich Meister wurden.

"Damals war das Interesse in Mexiko am VfB und der Bundesliga sehr groß. Die beiden haben große Fußspuren hinterlassen. Ich hoffe, ich kann an ihre Leistungen anknüpfen", sagt Maza, der nach drei Jahren beim PSV Eindhoven Mitte Juli für 2,5 Millionen Euro Ablöse nach Stuttgart kam und hier einen Vertrag bis 2014 unterschrieben hat. "Es war Zeit, dass ich mich verändere", sagt der 29-Jährige über die Gründe des Wechsels, "denn in der Bundesliga gibt es keine kleinen Gegner."

Auch durch die Verletzungen des Kapitäns Matthieu Delpierre und von Georg Niedermeier hat sich Maza schnell in der VfB-Startelf etabliert, wo er gemeinsam mit Serdar Tasci die Innenverteidigung bildet. Während einige Fans nach zwei Niederlagen am Stück bereits Befürchtungen hegen, ihr Club könne wie in der Vorsaison tief in den Tabellenkeller abrutschen, bleibt Maza ruhig: "Ich kann den Zweiflern nicht den Titel versprechen", sagt er, "doch ich sehe die große Qualität der Spieler und wie gut die Mannschaft und der Trainerstab zusammenarbeiten. Wir sitzen alle in einem Boot."

"Wir sind in einer schwierigen Situation..."

In den bisherigen Bundesligaeinsätzen hat Maza überzeugt. Nur über eine Szene hat er sich noch lange geärgert. Das war in der Schlussphase des Spiels in Berlin, als der Mexikaner kurz vor dem 0:1 durch Herthas Raffael ausrutschte. "Ich muss damit leben, wenn die Fans mir dieses Gegentor ankreiden", sagt der Nationalspieler selbstkritisch, der in den vergangenen Tagen wieder einmal viel herumgekommen ist: Maza spielte in Warschau mit Mexiko gegen Polen (1:1) und in Barcelona gegen Chile (1:0).

Müde fühlt sich der dreifache Familienvater aber nicht. Schließlich erwartet Maza, der vom Hotel in eine Wohnung umgezogen ist, die Ankunft seiner Familie, die wegen Visumformalitäten die vergangenen Monate in Mexiko verbracht hat.

Die Vornamen der Kinder, Axel (10), Johann (7) und Hannah (3), die hat sich Maza ("Ich mag europäische Vornamen") in zweifacher Ausführung - auf den Bauch und auf die linke Schulter - tätowieren lassen. Denn Javier Francisco Rodrâguez Pinedo ist nun einmal ein Familienmensch.




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