Victoria’s Secret Reizwäsche-Anbieter wird verkauft

Von AP 

Die Reizwäsche-Marke war einst ein Symbol für attraktiv verhüllte Sinnlichkeit, doch die Umsätze sind geschrumpft, während eine andere Art der Wäsche an Beliebtheit gewinnt

Die Shows von Victoria’s Secret waren legendär. Foto: AFP/TIMOTHY A. CLARY
Die Shows von Victoria’s Secret waren legendär. Foto: AFP/TIMOTHY A. CLARY

New York - Der Reizwäsche-Anbieter Victoria’s Secret wird mehrheitlich verkauft. Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft Sycamore Brands werde 55 Prozent des Unternehmens für etwa 525 Millionen Dollar (487 Millionen Euro) kaufen, teilte der Konzern L Brands am Donnerstag mit, der bisherige Eigentümer von Victoria’s Secret. Die verbleibenden 45 Prozent bleiben im Besitz von L Brands.

Victoria’s Secret war einst ein Symbol für Erotik. Der Verkaufspreis veranschaulicht den Niedergang der Marke, die 2019 einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar verbuchte. Zu schaffen machen Victoria’s Secret in jüngster Zeit sinkende Verkaufszahlen durch stärkeren Wettbewerb und den wandelnden Modegeschmack.

Show wurde abgesagt

Die Modeschauen von Victoria’s Secret, bei denen Supermodels die Reizwäsche auf dem Laufsteg präsentierten, fanden einst viele Zuschauer im Internet. Das ist vorbei: Die Show wurde vergangenes Jahr abgesagt und die Aktie von Victoria’s Secret hat innerhalb von weniger als fünf Jahren mehr als drei Viertel ihres Werts verloren.

Die Umsätze von Victoria’s Secret waren im Weihnachtsgeschäft bereinigt um Veränderungen der Verkaufsfläche um zwölf Prozent geschrumpft. „Die Marke ist vom Weg abgekommen, während der Unterwäsche-Markt nicht groß oder wachstumsstark ist“, kommentierte der Analyst Randal J. Konik von Jefferies. „Da Athleisure übernimmt, nimmt der Bedarf an normalen BHs zudem weiter ab“, sagte er mit Blick auf Bekleidung, die im Sport und im Alltag genutzt werden kann.

Unbequeme Fragen

Zudem haben sich unbequeme Fragen zum Unternehmensgründer angestaut. Les Wexner, Vorstandsvorsitzender von L Brands, ist wegen Verbindungen zu dem Finanzmanager Jeffrey Epstein in die Kritik geraten. Der hatte sich im vergangenen Jahr im Gefängnis selbst getötet, während er auf ein Verfahren wegen mutmaßlichen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung wartete. Epstein begann Ende der 1980er Jahre, Wexners Vermögen zu verwalten. Wexner hat nach eigenen Angaben vor fast zwölf Jahren die Verbindungen zu Epstein gekappt. Er hat um Entschuldigung gebeten und gesagt, die einstigen Verbindungen zu Epstein seien ihm peinlich. Nach dem Verkaufsabschluss wird Wexner von seinem Posten abtreten und sogenannter Chairman emeritus werden.

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