InterviewVolker Schoch, Geschäftsführer der Bietigheim Steelers: „20 Prozent Auslastung können nur ein Anfang sein“

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Auch im Eishockey dürfen wieder Fans in die Arenen, doch zum Jubeln ist Volker Schoch deshalb nicht zumute. Der Geschäftsführer des Zweitligisten Bietigheim Steelers hofft zwingend auf mehr Zuschauer.

Im Vorbereitungsturnier Get-Ready-Cup treffen die Steelers wie in der abgelaufenen Saison auf den ESV Kaufbeuren: der Bietigheimer Eric Stephan (li.) gegen Branden Gracel. Foto: Baumann/Julia Rahn
Im Vorbereitungsturnier Get-Ready-Cup treffen die Steelers wie in der abgelaufenen Saison auf den ESV Kaufbeuren: der Bietigheimer Eric Stephan (li.) gegen Branden Gracel. Foto: Baumann/Julia Rahn

Bietigheim-Bissingen - Die Clubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL/Saisonstart 13. November) haben schon geklagt, dass sie mit einer maximalen Auslastung der Stadien von 20 Prozent nicht über die Runden kommen – ins gleiche Horn stößt auch Geschäftsführer Volker Schon von den Bietigheim Steelers aus der DEL 2 (Start 6. November).

Herr Schoch, die neue Corona-Verordnung erlaubt eine Auslastung von maximal 20 Prozent der Plätze bzw. bei Arenen unter 5000 Plätzen maximal 1000 Fans. Für die Ege-Trans-Arena (4517 Plätze/davon 3017 Sitzplätze) sind das nach den neuen Bestimmung maximal 1000 Plätze, falls die Abstandsregeln eingehalten werden können. Zu viel zum Sterben, aber zu wenig zum Leben, oder?

Um es auf den Punkt zu bringen: Als Testphase für sechs Wochen ist die 20-Prozent-Marke akzeptabel. Das ist aus meiner Sicht ein Anfang, während dem alle Beteiligten – wir als Veranstalter, die Kommune als Halleneigentümer und die Eishockey-Fans – gemeinsam beweisen können, dass die Konzepte funktionieren. Und ich hoffe sehr, dass uns dies gemeinsam gelingt und als Abschlussergebnis steht: Es geht, und es geht auch mit mehr Fans. Sollte man schon früher feststellen, dass alles funktioniert, wäre es gut, wenn man reagieren und mehr Zuschauer zulassen würde.

20 Prozent auf Dauer sind für Sie aber ein No-Go.

Keine Saison in einer Profisportart ist mit dieser Auslastung finanziell darstellbar, es kann aus meiner Sicht nur ein Anfang sein, sozusagen als Beweis, dass die Konzepte funktionieren. Wir befinden uns mit unserem Hallenkonzept derzeit mitten in der Abstimmung mit der Stadt Bietigheim.

Welche Auslastung benötigen die Bietigheim Seelers, um mit einer schwarzen Null über die Saison zu kommen?

Ich würde sagen: Zwischen 60 und 70 Prozent.

Haben Sie Corona-Hilfen vom Bund angefordert?

Dort beginnt die Frist ja erst am 1. Oktober, aber die Vorbereitungen auf unserer Seite laufen bereits.

Die Saison der DEL 2 beginnt am 6. November, also nach der Sechs-Wochen-Frist, was heißt das für die Seelers?

Wir werden bis dahin gemäß diesen Vorgaben Testspiele bestreiten, so etwa sechs und acht – davon werden drei oder vier in der Ege-Trans-Arena stattfinden, um unser Konzept zu überprüfen.

Für die Seelers ist es eine ziemlich turbulente Zeit, weil sie ja auch die Lizenz erst im zweiten Anlauf erhalten haben und zudem die Sondersituation Corona. Hat der Club damit einen Nachteil gegenüber der Konkurrenz?

Wir tun alles um unseren Sport zu erhalten und uns wirtschaftlich abzusichern. Wir hatten nun wegen den genannten Gründe keine Sommerpause, aber das gehört nun mal mit zu diesem Job.

Die DEL hat den Abstieg ausgesetzt, aber der DEL-2-Meister kann aufsteigen, wenn er die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt.

Dann spiel die DEL in der Saison 2021/2022 eben mit 15 Clubs – warum nicht? Uns war wichtig, dass an der Aufstiegsregel nicht gerüttelt wird, wir haben die nötigen Schritte eingeleitet und unsere Aufgaben erledigt. Aus unserer Sicht hat sich nichts geändert.

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