Volleyball – Bundesliga, Frauen Dora Grozer – ein prominenter Name in Stuttgart

Von Jochen Klingovsky 

Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart verpflichtet Dora Grozer – denn die Außenangreiferin trägt nicht nur einen großen Namen, sondern verfügt auch über reichlich Entwicklungspotenzial.

Freut sich auf die Heimspiele in der Stuttgarter Scharrena: MTV-Neuzugang Dora Grozer (hier noch im Trikot des VC Wiesbaden beim Block gegen Deborah van Daelen Foto: Baumann
Freut sich auf die Heimspiele in der Stuttgarter Scharrena: MTV-Neuzugang Dora Grozer (hier noch im Trikot des VC Wiesbaden beim Block gegen Deborah van Daelen Foto: Baumann

Stuttgart - Der Kader von Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart nimmt Gestalt an. Mittlerweile sind auch die zwei offenen Planstellen im Außenangriff vergeben. Die eine geht wohl an die spanische Nationalspielerin Maria Segura Pallerés (27/ist vom Verein offiziell noch nicht bestätigt) – und die andere hat der Meister von 2019 mit einem noch prominenteren Namen besetzt. „Wir haben eine gestandene deutsche Spielerin gesucht, die trotzdem noch großes Entwicklungspotenzial hat und zu uns passt“, sagt MTV-Sportchefin Kim Renkema über Neuzugang Dora Grozer (24), „und es ist uns gelungen, die perfekte Lösung zu finden.“

Es ist ein Kompliment, das die Außenangreiferin freut. Weil es dabei um sie und ihre Fähigkeiten geht – als Volleyballerin, als Mitglied eines Teams, als Persönlichkeit. Und nicht darum, wie sie heißt und wo sie herkommt. „Ich bin stolz auf meine Familie“, sagt Dora Grozer, „aber es war stets mein Ziel, mir selbst einen Namen zu machen.“ Das ist nicht immer ganz einfach gewesen.

Eine echte Volleyball-Famile

Vater Georg (sen.) war Nationalspieler in Ungarn und Deutschland, Mutter Timea ebenfalls Nationalspielerin in Ungarn und Großmutter Judith mit mehr als 300 Länderspielen und drei Olympia-Teilnahmen die erfolgreichste Volleyballerin Ungarns. Bruder Georg (jun.) ist einer der durchschlagskräftigsten Diagonalangreifer der Welt, auch Bruder Tim (zuletzt TV Rottenburg) hat es in die Bundesliga geschafft. „Natürlich ist mir das Talent in die Wiege gelegt worden, aber deshalb waren die Erwartungen auch stets besonders groß“, meint Dora Grozer, „auf jeden Fall musste ich mir in meiner Karriere immer alles hart erarbeiten.“

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Das hat ganz gut geklappt, erst beim VC Wiesbaden geriet die deutsche Nationalspielerin auf dem Weg nach oben ein bisschen ins Stolpern. Weshalb sie sich entschloss, die Richtung zu ändern. Im Sommer 2018 wechselte Dora Grozer in die Schweiz zu Sm’Aesch Pfeffingen, wo sie fand, was sie nötig hatte: neue Freude, neue Motivation, neue Erfolge. „Sie hat in den vergangenen zwei Jahren noch mal einen großen Sprung gemacht“, sagt Kim Renkema, „und jetzt die richtige Entscheidung getroffen, sich bei einem Top-Verein in der Bundesliga beweisen zu wollen. Sie hat das Zeug dazu, um ein Gesicht unseres Teams zu werden.“

Großer Konkurrenzkampf im Kader

Zunächst geht es allerdings darum, den Neustart hinzubekommen. Einen Teil der Corona-Pause hat Dora Grozer in Quarantäne verbracht, zusammen mit ihren Brüdern in Georgs Haus in Budapest. Nun freut sie sich auf Stuttgart. „Es war immer ein tolles Erlebnis, in der Scharrena zu spielen“, sagt die Volleyballerin, die zudem ihr Fernstudium (International Management) vorantreiben will, „mein Ziel ist, dort so oft wie möglich auf dem Feld zu stehen.“ Doch schon das wird nicht einfach. „Nächste Saison“, erklärt Renkema, „werden wir auf allen Positionen sehr viel Konkurrenz haben.“

Das gilt laut MTV-Sportchefin auch für den Mittelblock. Dort ist neben Juliet Lohuis und Jenna Rosenthal noch ein Platz zu vergeben – es ist die letzte offene Stelle im Kader des ambitionierten Bundesligisten. „Wir werden uns auch auf dieser Position verstärken“, sagt Kim Renkema, „und bald noch einen prominenten Namen präsentieren.“

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