Angriff in Würzburg Mann sticht in Innenstadt um sich - drei Tote und fünf Verletzte

Polizisten sichern die Würzburger Innenstadt ab. Foto: dpa 4 Bilder
Polizisten sichern die Würzburger Innenstadt ab. Foto: dpa

Offenbar wahllos attackiert ein Mann in Würzburg mit einem Messer Passanten. Es gibt Tote und Verletzte. Was genau den Somalier zu seiner Tat bewegt hat, war erst einmal unklar. Einen islamistischen Anschlag schließt der Innenminister erst einmal nicht aus.

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Würzburg - Bei einer Messerattacke in Würzburg sind drei Menschen getötet und fünf verletzt worden. Mindestens zwei Opfer schwebten nach der Tat am späten Freitagnachmittag in Lebensgefahr. Ein kleiner Junge sei verletzt worden, sein Vater sei wahrscheinlich tot, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, der sich nach der Attacke in der Innenstadt ein Bild der Lage machte.

Polizisten stoppten den Verdächtigen durch einen gezielten Schuss in den Oberschenkel und nahmen den 24 Jahre alten Mann aus Somalia fest. Bei der Einordnung der Bluttat schloss CSU-Politiker Herrmann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Abend einen islamistischen Anschlag nicht aus: „Es gibt jedenfalls Indizien dafür, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte“. Ein Zeuge gab Herrmann zufolge an, der Verdächtige habe bei der Tat „Allahu Akbar“ gerufen.

Mann lebte in Obdachlosenunterkunft

Der Verdächtige sei in den vergangenen Monaten bereits gewalttätig gewesen und psychisch aufgefallen, sagte Herrmann weiter. Erst vor einigen Tagen sei er wohl in eine psychiatrische Behandlung eingewiesen worden. Nach Polizeiangaben lebte der Mann zuletzt in einer Obdachlosenunterkunft.

Die Polizei war nach eigenen Angaben gegen 17.00 Uhr in die Innenstadt alarmiert worden. Im Internet verbreitete Videos zeigten, wie ein Mann barfuß umher taumelte und in der linken Hand ein langes Messer hielt. Mit diesem soll er wahllos auf die Passanten eingestochen haben.

Die Tat erinnert an einen islamistischen Anschlag vor knapp fünf Jahren nahe Würzburg. Am 18. Juli 2016 waren in einem Zug vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug auf dem Weg nach Würzburg die Reisenden angegriffen. Anschließend flüchtete er zu Fuß, attackierte eine Spaziergängerin und wurde schließlich von Polizisten erschossen.

Passanten wollen Angreifern stoppen

Am Freitagnachmittag filmten Passanten den Verdächtigen noch vor seiner Festnahme. In den im Netz verbreiteten Clips war zu sehen, wie mehrere Menschen versuchen, den Angreifer zu überwältigen. Ein Mann ging mit einem Besen auf den 24-Jährigen los, andere waren mit Holzstühlen in der Hand zu sehen.

„In der Tat sind da auch couragierte Würzburger Bürger hier eingeschritten und haben versucht, den Täter zu bremsen. Und das hat möglicherweise dann auch dazu beigetragen, um weitere Opfer zu verhindern“, sagte Innenminister Herrmann. Davor habe er großen Respekt.

In einer ersten Reaktion bezeichnete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Tat als entsetzlich und schockierend. „Wir trauern mit den Opfern und ihren Familien“, schrieb der CSU-Politiker auf Twitter und fügte hinzu: „Wir bangen und hoffen mit den Verletzten.“ Zudem dankte er Zeugen: „Ein großer Dank und Respekt für das beherzte Eingreifen vieler Bürger, die sich dem mutmaßlichen Angreifer entschlossen entgegenstellten.“

Politik zeigt sich schockiert

Auch Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) zeigte sich sehr betroffen über das „schreckliche Verbrechen“. Zahlreiche couragierte Bürgerinnen und Bürger hätten sich dem Mann in den Weg gestellt und versucht, ihn zu stoppen. Er finde es unglaublich, dass diese Menschen so engagiert gehandelt und ihr eigenes Leben gefährdet hätten.

Auch Vertreter der bundespolitischen Ebene zeigten sich schockiert von der Tat. FDP-Chef Christian Lindner schrieb bei Twitter von einer „entsetzlichen Tat“. „Wir denken an die Opfer und unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Angehörigen“. Ähnlich äußerte sich auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak - er dankte zudem den Einsatzkräften und den Bürgern für ihr mutiges Handeln.




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