Wahlniederlage der Union Armin Laschet sieht Verantwortung bei sich

Armin Laschet stellte sich der Diskussion mit den Delegierten der Jungen Union. Foto: AFP/INA FASSBENDER
Armin Laschet stellte sich der Diskussion mit den Delegierten der Jungen Union. Foto: AFP/INA FASSBENDER

Der CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet nimmt die Verantwortung für die historische Wahlniederlage der Union voll auf sich. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union erntet er dafür viel Respekt.

Volontäre: Sebastian Xanke (xan)
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Münster - Es sind klare Worte, die Armin Laschet auf dem Deutschlandtag der Jungen Union (JU) findet: „Die Verantwortung für dieses Ergebnis trage ich“, sagt der gescheiterte Kanzlerkandidat der Union im Hinblick auf das historisch schlechte Wahlergebnis seiner Partei bei der vergangenen Bundestagswahl. Applaus brandet auf.

Die Junge Union ist spürbar beeindruckt. Noch am Tag zuvor hatte ihr Bundesvorsitzender Tilman Kuban genau das von Laschet gefordert. Mehrmals nehmen die Delegierten bei der anschließenden Fragerunde das Wort „Respekt“ in den Mund – und schießen indirekt gegen Markus Söder, der seine geplante Rede beim Deutschlandtag abgesagt hatte. Offiziell, um an einer CSU-Basiskonferenz in Oberfranken teilzunehmen.

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Union soll von der SPD lernen

Viele in der Jungen Union machen an diesem Deutschlandtag deutlich, was sie davon halten: Armin Laschet zeige „einen starken Charakter“, weil er sich den Diskussionen mit der Basis stelle, sagt etwa Kuban. „Das hätten wir uns auch von Markus Söder gewünscht.“ Applaus im Publikum, außer von den bayrischen Delegierten.

Bei den Themen Zusammenhalt und Solidarität könne man von der SPD lernen, führt Laschet in seiner Rede aus. „Die SPD hat gezeigt, wie man trotz Gegensätzen geschlossenen Wahlkampf macht.“ Das müsse auch wieder die Stärke der CDU werden. Während des Wahlkampfes stichelte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder immer wieder gegen Laschet, nachdem er im innerparteilichen Rennen um die Kanzlerkandidatur gegen Laschet verloren hatte.

Mit Opposition abgefunden

Trotz aller Probleme sei die Union allerdings kein „totaler Sanierungsfall“, findet der CDU-Bundesvorsitzende. Damit bezieht er sich auf die Rede seines Parteikollegen und ehemaligen Konkurrenten zur Kanzlerkandidatur, Friedrich Merz. Am Vortrag sagte dieser auf dem Deutschlandtag, die Union sei ein „schwerer politischer Sanierungsfall. „Es kommt jetzt darauf an, nicht plump, nicht schrill zu werden“, hält Laschet dagegen.

Er macht deutlich, dass sich die Union mit einer möglichen, künftigen Oppositionsrolle abgefunden hat: „Das wird nicht leicht in einer Opposition, vor allem gegen eine Ampel.“ Grüne, FDP und SPD hatten am Freitag bekannt gegeben, dass sich die Parteien in Koalitionsverhandlungen begeben werden.

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In dem bereits vorliegenden Sondierungspapier der Ampel-Parteien stünden zwar „viele gute Sachen drin“, man werde die mögliche Koalition aber an ihren Taten und nicht an den insgesamt 12 Seiten Papier messen, sagt Laschet. In der Opposition gehe es nun darum, geschlossen zu agieren. Wieder gibt es Applaus – diesmal auch von Teilen der bayrischen Jungen Union.




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