Waldenbuch Ritter Sport plant den Bau einer Rösterei

Von Claudia Barner 

2021 könnte im Bonholz der erste Spatenstich sein: Für Handwerker und Mittelstand bringt die Gemeinde Waldenbuch das neue Gewerbegebiet „Bonholz Nordwest“ auf den Weg.

Ritter Sport positioniert sich verstärkt auf internationalen Märkten. Foto: Claudia Barner
Ritter Sport positioniert sich verstärkt auf internationalen Märkten. Foto: Claudia Barner

Waldenbuch - Die Firma Ritter Sport plant um. Am neuen Produktionsstandort im Gewerbegebiet Bonholz wird nicht mit dem Bau einer Halle für zwei Eintafel-Anlagen begonnen. Stattdessen will man dort im ersten Schritt eine Rösterei ansiedeln. Mit der Reihenfolge der Produktionsmodule – eine Fertigungseinheit für die Herstellung von Schokoladenmasse gehört ebenfalls zum ursprünglichen Entwicklungskonzept – ändert sich auch die Nutzung des Grundstücks.

4,6 Hektar Gewerbefläche hatte der Schokoladenhersteller 2013 von der Stadt gekauft. Zum Gesamtpaket gehörte außerdem ein Hektar Ackerland als Erweiterungsfläche im Osten des Areals. Diese Reservefläche soll nach dem aktuellen Stand der Planung nun als erstes aktiviert werden. Dazu braucht es einen neuen Bebauungsplan und eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Der Gemeinderat hat dafür grünes Licht gegeben.

Ritter Sport will mehr Flexibilität

Die Waldenbucher Ordnungsamtsleiterin Katharina Jacob rechnet damit, dass der Umweltbericht in etwa einem Jahr vorliegt. „Ein früherer Zeitpunkt ist unrealistisch, weil bei der Artenschutzprüfung eine gesamte Vegetationsperiode durchlaufen werden muss“, sagt sie. Erst wenn das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen ist und den rechtlichen Rahmen vorgibt, kann Ritter Sport einen Bauantrag einreichen. Der zuständige Geschäftsführer Asmus Wolff gibt den groben Zeitplan vor: „Läuft alles nach Plan, könnte 2021 der Spatenstich sein.“

Von der neuen Planungsvariante verspricht sich der Schokoladenhersteller eine größere Flexibilität. Denn seit dem Erwerb des Areals hat sich vieles getan. Die Produktion von Kakao auf der firmeneigenen Plantage in Nicaragua wird weiter forciert. Außerdem positioniert sich das Unternehmen derzeit verstärkt auf internationalen Märkten. Mit der Neuausrichtung verändern sich auch die Anforderungen an die Produktionsprozesse.

Auch Mittelständler, Handwerker und Kleinbetriebe sollen geeignete Flächen finden

Doch nicht nur für ihren größten Arbeitgeber will die Kommune im Waldenbucher Gewerbegebiet neue Perspektiven schaffen. Mittelständler, Handwerker und Kleinbetriebe sollen im Bonholz künftig ebenfalls geeignete Flächen finden. Direkt im Anschluss an das neue Gewerbeareal „Westlich Bauhof“ soll deshalb nun das Gebiet „Bonholz Nordwest“ ausgewiesen werden. Es umfasst eine Fläche von etwa 2,6 Hektar und kann über eine Erweiterung der Betzenbergstraße an das Gewerbegebiet angeschlossen werden.

Unumstritten ist die Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung Norden jedoch nicht. „Wir sehen erhebliche Auswirkungen auf die Natur“, gab der Stadtrat Sebastian Winkler (Grüne) in der Gemeinderatssitzung zu bedenken. Sein FWV-Kollege Jürgen Schwab störte sich am künftigen Erscheinungsbild. „Wir kommen mit dem Gewerbegebiet jetzt über die Geländekuppe. Das ist für die Stadtansicht nicht unerheblich“, erklärte er. Vom Wohnbaugebiet auf dem Kalkofen auf der anderen Seite des Aichtals habe man dann den direkten Blick auf Gewerbehallen. Letztlich konnten sich die Kritiker jedoch nicht durchsetzen. Auch der Bürgermeister Michael Lutz stimmte für die Erweiterung und erklärte: „Rund um Waldenbuch haben wir nur wenig geeignete Flächen. Es gibt keine Alternativen, uns fehlt es einfach an den Möglichkeiten.“