Weihnachtsaktion in Stuttgart Erstes Gemeinschaftssingen im Gazi-Stadion

Von Petra Mostbacher-Dix 

Singen macht bekanntlich glücklich. Ein Stadion voller Glück muss es demnach am 22. Dezember geben, wenn, so die Hoffnung des Veranstalters, Tausende Menschen zum ersten Stuttgarter Weihnachtssingen auf der Waldau zusammenkommen.

Die Organisatoren im Gazi-Stadion von links: Michael Drauz, Sybille Hiller, Kim-Tobias Stehle, Matthias Hanke, Mechthild Folderauer, Martin Schairer, Tim Rebmann, Henrik Struve, Frank Zeeb, Susanne Plucis Foto: Petra Mostbacher-Dix
Die Organisatoren im Gazi-Stadion von links: Michael Drauz, Sybille Hiller, Kim-Tobias Stehle, Matthias Hanke, Mechthild Folderauer, Martin Schairer, Tim Rebmann, Henrik Struve, Frank Zeeb, Susanne Plucis Foto: Petra Mostbacher-Dix

Stuttgart - Show? Welche Show? „Die Menschen machen das Programm!“, erklärt Patrick Bopp mit Nachdruck beim Pressefrühstück im Gazi-Stadion auf die Frage, was dort am 22. Dezember abgeht. Denn am Nachmittag des vierten Advents findet im Spielort der Stuttgarter Kickers das 1. Stuttgarter Weihnachtssingen statt, organisiert von einem Bündnis aus Vertretern von Kirchen und Sportorganisationen. Und Bopp alias Memphis der Vocal Comedy-Truppe Füenf ist Zeremonienmeister und Vorsänger. Als Gründer des Mitsing-Formats „Aus voller Kehle für die Seele“ versteht er sich darauf, Menschen zu spontanen Chören zu vereinen. „Das bringt zusammen, und gibt Selbstbewusstsein“, sagt er.

Ein Angebot für alle Generationen

Das Weihnachtssingen richtet sich an die ganze Familie und alle Generationen. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht nötig: Der Spaß am Singen, Vorfreude auf Weihnachten und Besinnlichkeit sind Trumpf – sämtliche Liedtexte sollen auf der Stadionleinwand prangen. Gesungen wird solange wie ein Fußballspiel in der Regel dauert, also zwei Mal je 45 Minuten bei Kerzenschein und gedämpftem Licht, in der Pause gibt es Leckereien. Die musikalische Bandbreite, so Bopp, reiche von Kinderliedern und christlichen Klassikern wie „Stille Nacht“ oder „Ihr Kinderlein kommet“ bis zu Evergreens wie „I’m Dreaming of a White Christmas“ und der Fußballhymne „You’ll Never Walk Alone“. Die Band auf der Bühne – Bassist Tobias Bodensiek, Schlagzeuger Till Müller-Kray sowie das Blechbläser-Ensemble EJUS Brass, dirigiert von Christof Schmidt – habe vieles in petto, verspricht Bopp. Und Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke, der die musikalische Leitung innehat, ergänzt: „Es geht um die Friedensbotschaft und den Schulterschluss.“ Und um einen guten Zweck: Von jeder Eintrittskarte – Erwachsene zahlen inklusive VVS-Ticket 8,80 Euro, Kinder bis sechs Jahren nichts – geht ein Anteil an die Stiftung Singen mit Kindern sowie die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg.

„Zeichen setzen für das Miteinander“

Im Boot des Veranstalters, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, sitzen neben den Kickers die Diözese Rottenburg Stuttgart, ihr DJK-Diözesansportverband, das Evangelische Jugendwerk in Württemberg, die Stadt Stuttgart, die Stuttgarter Straßenbahnen AG sowie die Kulturbühne Rosenau Stuttgart. „Wir wollen gemeinsam ein Zeichen setzen für das Miteinander“, betont Henrik Struve vom Evangelischen Jugendwerk. Die Idee zum Weihnachtssingen wiederum entstand im Landesarbeitskreis Kirche und Sport, in dem evangelische und katholische Kirche und der organisierte Sport in Württemberg sitzen. Darunter Mechthild Folderauer, von der Diözese Rotenburg-Stuttgart, und Sybille Hiller vom Sportamt Stuttgart, die sich vom Weihnachtssingen des 1. FC Union Berlin inspirieren ließen. Dort musizieren mittlerweile über 28 000 Menschen miteinander. Ins Gazi-Stadion passen 8000 Zuschauer – der Rasen ist aus Erhaltungsgründen tabu. Dass „mindestens 6000“ kommen, da ist sich Pfarrer Frank Zeeb vom Vorbereitungsteam sicher. Letzteres rannte bei den Kickers mit dem Konzept offene Türen ein, betont Kickers-Pressesprecherin Pia Mareike-Riedel. „Das passt zu uns als Familienverein – unser Kids Club kommt!“ Und die Kickers-Spieler? Kim-Tobias Stehle von der Kickers-Geschäftstelle schmunzelt kryptisch. „Mal sehen.“ Indes hat sich die Truppe schon mal eingesungen, auf einem Video trällern sie „Feliz Navidad“.

Die First Lady ist auch dabei

Und Sport- und Sicherheitsbürgermeister Martin Schairer, der selbst in einer Band singt? Er sei sofort Feuer und Flamme gewesen, sagt er. „Singen macht glücklich, die Stadt unterstützt das gern, stellt das Stadion mietfrei zur Verfügung.“ Das Weihnachtssingen baue Grenzen ab, bringe Menschen zusammen, jenseits von Nationen und Religionen. Auch Gerlinde Kretschmann soll da sein: Die First Lady des Landes hat die Schirmherrschaft übernommen.

1. Stuttgarter Weihnachtssingen, Sonntag, 22. Dezember 2019, GAZi-Stadion auf der Waldau, Einlass 15.30 Uhr, Beginn 17 Uhr, Karten bei easyticket.de und reservix.de




Unsere Empfehlung für Sie