Weil der Stadt Jugendarbeit: Es gibt viel zu tun

Von Elisa Wedekind 

Die Sozialarbeiter sind zufrieden, 2014 haben sie wieder einiges erreicht und viele Projekte umgesetzt. Auch für dieses Jahr haben sie sich einiges vorgenommen. Umzüge, Gemeinschaftsschule und das kostenlose W-Lan stehen auf der Agenda.

Spaß uff dr Gass: eines von vielen Projekten, dass die Sozialarbeiter für die Kinder- und Jugendlichen in der Keplerstadt organisieren. Foto: Kinder- und Jugendbüro
Spaß uff dr Gass: eines von vielen Projekten, dass die Sozialarbeiter für die Kinder- und Jugendlichen in der Keplerstadt organisieren. Foto: Kinder- und Jugendbüro

Weil der Stadt - Würden sie noch in die Schule gehen, man würde sie vermutlich in die Streberecke stecken. Die Jugend- und Schulsozialarbeiter der Keplerstadt haben ihre Jahreszeugnisse bekommen – und Bestnoten eingestrichen.

Der Gemeinderat und der Bürgermeister sind zufrieden. „Sie alle haben sehr gute Arbeit geleistet. Und tun das nach wie vor.“ Diesen Satz hat Thilo Schreiber den fünf in der jüngsten Gemeinderatssitzung ins Fleißheftchen geschrieben, als sie ihre Jahresberichte für 2014 vorgestellt haben. Und auch dieses Jahr steht einiges an: Das Kinder- und Jugendbüro und das Kids- und Jugendcafé ziehen um, die Steinhöwel-Schule wird Gemeinschaftsschule. Aber auch die Stadtranderholung und viele Projekte stehen auf dem Programm. Und die Realschule sucht eine neue Sozialarbeiterin.

Café und Büro: Im Sommer beziehen Maximilian Frank und Agathe Mücke vom Kinder- und Jugendbüro ihr neues Quartier in den leer stehenden Räumen im Kolpingweg, direkt neben dem Polizeiposten. Auch das Kids- und Jugendcafé findet künftig hier seinen Platz. Aktuell ist es in der Mensa im Schulzentrum untergebracht. Doch weil immer mehr Eltern die Ganztagesbetreuung mit Mittagessen für ihre Kinder buchen, platzt die Kantine aus allen Nähten. Jugendbüro und Kidscafé unter einem Dach – das passt perfekt, findet Jugendsozialarbeiterin Agathe Mücke. „Durch die räumliche Trennung kann man klar die Angebote der offenen Jugendarbeit von denen der Schulsozialarbeit trennen.“

Tanja Kübler vom Amt für Jugend und Soziales sieht darin die optimale Lösung. Die neuen Räume liegen zentral, es gibt Platz für die Büros. „Und wir haben in der Mittagszeit einen offenen Treff gegenüber vom Schulzentrum, das nahe beim Schießrein-Quartier liegt“, sagt sie und Max Frank ergänzt: „Ein Großteil unseres Klientel kommt nun mal von dort.“

Schulzentrum: Den Sozialarbeitern an der Peter-Härtling- und an der Steinhöwel-Schule, Magdalena Brecht und Steffen Kron, geht die Arbeit nicht aus – im Gegenteil. „Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung steigt“, sagt Kron. Immer mehr Eltern brauchen die ganze Woche über eine Nachmittagsbetreuung für ihre Sprösslinge. Deshalb will die Steinhöwel-Schule vom kommenden Schuljahr an eine Ganztagesklasse einrichten – und zwar für die neuen Erstklässler. Die Betreuung während der Mittagszeit übernehmen auch weiterhin 32 Weiler Bürger, die mit den Schülern essen, spielen und bei den Hausaufgaben helfen. „Ohne diese Unterstützung würde das gar nicht gehen“, berichtet Steffen Kron.

Wie sich ihre Arbeit mit dem Start der Gemeinschaftsschule verändern wird, die beiden Schulsozialarbeiter können es noch nicht abschätzen. FDP-Rätin Brigitte Benzinger-König ist etwas skeptisch. Ob das Mehrbelastung bedeute, will sie wissen. „Das wissen wir erst, wenn wir die Anmeldungszahlen vorliegen haben“, sagt Magdalena Brecht. Neue Medien: Ein großes Thema, sowohl in der offenen Jugendarbeit als auch in den Schulen, sind die neuen Medien. Immer wieder habe es über soziale Netzwerke wie Facebook oder den Nachrichtendienst Whatsapp Streitereien gegeben, berichtet Magdalena Brecht. „Und die wurden dann in die Schule getragen.“ Es seien viele Gespräche mit den Beteiligten notwendig gewesen. „Wir arbeiten in dieser Sache eng mit der Kollegin in der Realschule zusammen. Dort gibt es ähnliche Probleme“, sagt Brecht. Mobbing und Medienkompetenz seien daher im vergangenen Jahr großes Thema in Klassenprojekten gewesen. Wichtig sei es dabei, auch die Eltern, etwa bei Informationsabenden mit dem Präventionsbeauftragen Wolfgang Diehm von der Leonberger Polizei, mit ins Boot zu holen und sie aufzuklären, so die Schulsozialarbeiterin. Jugendbeirat: Seit Herbst gibt es in Weil der Stadt offiziell den ersten Jugendbeirat. Der Sozialarbeiter Max Frank ist mehr als zufrieden: „Die Wahl ist gut gelaufen, die Jugendvertreter sind hoch motiviert“. Zwei Projekte haben sie sich vorrangig auf die Fahnen geschrieben. Sie wollen den öffentlichen Nahverkehr zwischen Teilorten verbessern. Außerdem wollen sie kostenloses W-Lan-Spots in der Stadt. In dieser Sache arbeiten sie mit Cornelia Nebbioso vom Stadtmarketing eng zusammen. „Es sieht gut aus, dass wir das hinbekommen“, erklärt Bürgermeister Thilo Schreiber.

Alle sind zufrieden, wäre da nicht die dringende Suche nach einem neuen Sozialarbeiter an der Realschule. Denn Ekaterina Kuteynikova hört auf, sie bekommt ein Baby. Alle hoffen nun auf eine schnelle Besetzung, denn die Zusammenarbeit untereinander sei super, erzählen die fünf Sozialarbeiter. Und das soll auch so bleiben.




Veranstaltungen

Unsere Empfehlung für Sie