Zirkus Belli gastiert in Leonberg Urlaub ist für Artisten und Dompteure ein Fremdwort

Von hem 

Von diesem Freitag an bis zum 7. Januar gastiert der Zirkus Belli neben dem Leobad.

Die Steppenkamele aus der Mongolei sind eine der Attraktionen des Zirkus Belli. Foto: Zirkus Belli
Die Steppenkamele aus der Mongolei sind eine der Attraktionen des Zirkus Belli. Foto: Zirkus Belli

Leonberg - Die Plakate in Leonberg sind nicht zu übersehen. Ein Clown mit Weihnachtsmütze wirbt für die Vorstellungen des Zirkus Belli in den kommenden zwei Wochen. Neben dem Leobad in der Bruckenbachstraße hat die Zirkusfamilie Zelt und Wagen aufgestellt, dort will der Leonberger Weihnachtszirkus seine Zuschauer in den nächsten Tagen verzaubern.

„Zu unseren Höhepunkten gehört eine Show am Vertikaltuch, für die wir Artisten aus Lettland engagiert haben“, erzählt Christiane Kübler. Zudem stehen auch Auftritte von weißen Steppenkamelen aus der Mongolei, eine Equilibristik-Show, eine Seiltanznummer und Kautschuk-Akrobatik auf dem Programm, das insgesamt rund 90 Minuten dauern soll. Rund 500 Zuschauer finden im Zirkuszelt Platz.

Große Zirkustradition in der Familie

Zum zweiten Mal nach 2015 ist der Zirkus Belli mit einem Weihnachtsprogramm in Leonberg. Gegründet wurde dieser vor sieben Jahren vom 39-jährigen Roberto Kübler, der den Namen in Erinnerung an seine Oma Leonie Belli gewählt hat, die jahrzehntelang in großen Zirkussen mit einer Hundeshow aufgetreten ist. „In Deutschland gibt es rund 400 kleine und mittelgroße Zirkusse, die überleben wollen“, erklärt Christiane Kübler, die zweite Frau von Roberto Küblers Vater. Beim Zirkus Belli klappe es, weil alle Beteiligten in der Zirkuswelt aufgewachsen seien.

Dass der Zirkus Belli – wie derzeit in Leonberg – sein Zelt zwei Wochen lang an einem Ort aufschlägt, ist eher die Ausnahme. „Normalerweise ziehen wir nach einer Woche weiter“, erklärt Christiane Kübler. Seinen Ursprung hat der Zirkus Belli im hessischen Hanau, unterwegs ist er jedoch in ganz Deutschland.

Tiere und hohe Kosten verhindern einen Urlaub

An jedem Ort gelte es, die Werbetrommel zu rühren. Ein Besuch in der Lokalzeitung gehört dazu ebenso wie das Abklappern von Geschäften, wo Tausende von Flyern deponiert werden. Noch bevor die erste Show läuft, fallen für den Zirkus schon Standgebühren, Kosten für Wasser und Strom, Heu und Sägespäne an. „Und unsere einzige Einnahmequelle sind die Eintrittskarten“, erläutert die Zirkusfrau.

Urlaub ist für die Zirkusleute ein Fremdwort. „Dafür sind unsere Fixkosten viel zu hoch, außerdem müssen wir uns ständig um die Tiere kümmern. Das ist nicht anders als in der Landwirtschaft“, erklärt Christiane Kübler. Bei Zirkusleuten komme vor dem Partner immer der Zirkus. „Mit dem sind wir verheiratet“, sagt sie.