Zum Tod von Spencer Davis Songs für die Blues Brothers und Chicago

Von Bernd Haasis 

Der walisische Gitarrist Spencer Davis gründete mit Steve Winwood eine der einflussreichsten britischen Bands der 60er Jahre.

Spencer Davis (1939-2020) Foto: dpa/Paradise Artists 4 Bilder
Spencer Davis (1939-2020) Foto: dpa/Paradise Artists

Stuttgart - Das britische Pop- und Rock-Wunder der 60er Jahre wäre undenkbar ohne den Einfluss afroamerikanischer Vorbilder aus Blues, Rhythm and Blues und Soul – und kaum ein Künstler blieb näher an den Originalen als die erste Besetzung der Spencer Davis Group. Der walisische Gitarrist gründete sie 1963 in Birmingham mit dem damals erst 14-jährigen Sänger, Organisten und Gitarristen Steve Winwood, dessen Bruder Muff am Bass und Pete Yorck am Schlagzeug.

1965 landeten sie einen ersten Hit mit „Keep on Running“, der Coverversion eines Songs des jamaikanischen Musikers Jackie Edwards. Von ihm stammte auch die zweite erfolgreiche Single „Somebody help me“ von 1966, ehe die Gruppe begann, eigene Songs zu schreiben. Die treibende Kraft war dabei der hochtalentierte Steve Winwood, dessen mächtige Blues-Stimme und raumgreifende Hammond-Orgel-Wallungen den Sound der Gruppe prägten.

Der erste eigene Hit in nur einer Stunde

Der Legende nach dauerte es nur eine gute Stunde, bis aus einer vagen Idee die erfolgreiche Soul-Nummer „Gimme some Lovin’“ wurde. Diese war später ein zentrales Stück im Repertoire der Blues Brothers und ist auch im gleichnamigen Film 1980 zu hören. 1967 schob die Spencer Davis Group den Song „I’m a Man“ nach, den die US-amerikanische Band Chicago 1969 auf ihrem Debütalbum coverte.

1967 verließ Steve Winwood die Band, um Traffic zu gründen. Spencer Davis heuerte andere Musiker an, doch die Band klang ohne ihr kreatives Zentrum nie wieder so kraftvoll und geerdet. 1969 veröffentlichte sie mit Eddie Hardin an Gesang und der Orgel die R-&-B-Nummer „Don’t want you no more“, die im selben Jahr vor allem deshalb größere Berühmtheit erlangte, weil die Allman Brothers Band sie als Eröffnungssong ihres Debütalbums auswählte.

Spencer Davis tourte bis ins hohe Alter

Die Spencer Davis Group löste sich noch 1969 auf und wurde nach einem letzten Versuch 1973/74 Geschichte. 2006 reaktivierte Spencer Davis die Gruppe und tourte mit zwei unterschiedlichen Besetzungen durch Europa und die USA. Spencer Davis ist an diesem Montag im Alter von 81 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Der musikalische Einfluss der ersten Besetzung der Band, die er initiierte, wirkt bis heute nach, ihre Songs sind längst Evergreens.




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