Daten zur Coronapandemie Todeszahlen in Baden-Württemberg steigen wieder

In der baden-württembergischen Landeshauptstadt liegt die 7-Tage-Inzidenz am Montag bei 55 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Foto: Tom Weller/dpa
In der baden-württembergischen Landeshauptstadt liegt die 7-Tage-Inzidenz am Montag bei 55 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Foto: Tom Weller/dpa

Schon seit einigen Tagen hat sich eine Trendwende bei der Entwicklung der Neuinfektionen im Südwesten eingestellt. Die Zahlen der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert in der Regel zeitversetzt auf diese Entwicklung – so auch jetzt. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

Stuttgart - Nach Wochen im Lockdown haben neben Friseuren auch Blumenläden und Baumärkte im Südwesten wieder geöffnet. Am Mittwoch wollen Bund und Länder darüber beraten, unter welchen Umständen die aktuellen Coronabeschränkungen in Deutschland weiter gelockert werden können. Gleichzeitig steigt die Zahl der bestätigten Coronaneuinfektionen nach wochenlangem Rückgang wieder – in Baden-Württemberg sowie in Deutschland insgesamt.

Auch die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen in Baden-Württemberg stieg am Dienstag wieder an. Da die Entwicklung bei den Todeszahlen zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionszahlen reagiert war eine Trendwende abzusehen. Aktuell liegt die Zahl der Verstorbenen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion im Land bei 24 pro Tag (Wochenmittel). In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob weiterhin wieder mehr Menschen an und mit Covid-19 versterben.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch Instituts sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. Stand der Daten: 3. März, 9:30 Uhr.

Corona in Deutschland

Die wichtigste Kennziffer ist die Zahl der per Labortest bestätigten Neuinfektionen im Wochenmittel je 100 000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz). Nach beständigem Rückgang in den vergangenen Wochen steigt der Wert in Deutschland und in Baden-Württemberg wieder.

Das Diagramm zeigt die 7-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit März 2020:

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen und sinkt aktuell weiter. Der Wert liegt derzeit nur knapp über 300 Todesfällen pro Tag (Wochenmittel). Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März:

Aktuell werden pro Woche fast 55 000 neue Infektionen bestätigt. Am höchsten ist der Anteil in Thüringen, die 7-Tage-Inzidenz dort liegt weiterhin als einzige bundesweit über einem Wert von 100 – zuletzt bei 124. Baden-Württemberg verzeichnet mit 52 nicht mehr den niedrigsten Wert – Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein liegen mit 48 und 46 darunter.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

Corona in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist die 7-Tage-Inzidenz im Wochenvergleich vielerorts deutlich gestiegen – unter anderem in den Kreisen Freudenstadt, Rottweil und Sigmaringen. Doch auch in der Landeshauptstadt steigen die Neuinfektionen derzeit wieder stark und liegen sogar über dem Landesschnitt. Nur noch gut die Hälfte der 44 Kreise im Land liegen unter der politisch relevanten Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner im Wochenmittel.

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für die Stadt- und Landkreise an und zeigen, wie sich die 7-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Kreise angezeigt zu bekommen.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen dürfen nur noch in Stadt- und Landkreisen gelten, in denen die 7-Tage-Inzidenz eine Woche lang über 50 lag. Die Inzidenzwerte sind aber nur ein Faktor, der zu Ausgangsbeschränkungen führen kann. In letzter Konsequenz entscheiden die örtlichen Gesundheitsämter. Einen Überblick darüber, in welchen Kreisen derzeit Ausgangssperren gelten, haben wir hier zusammengestellt.

Die Mutationen des Coronavirus breiten sich in Baden-Württemberg weiter aus. Immer mehr Labore und Unikliniken testen positive Proben auf die verschiedenen Mutationen und melden die Fälle an das Landesgesundheitsamt. Nach wie vor sind die Zahlen nicht repräsentativ, weil gezielt die Proben auf Mutationen untersucht werden, bei denen ein entsprechender Verdacht vorliegt. Dennoch ist mittlerweile klar, dass die britische Mutation den größten Anteil in Baden-Württemberg ausmacht.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der gemeldeten Mutationen in Baden-Württemberg seit Ende Januar. Wegen der noch nicht etablierten Meldekette kann es laut Landesgesundheitsamt zu Sprüngen oder nachträglichen Korrekturen der Zahlen kommen:

Die Zahl der gemeldeten an und mit Covid-19 Verstorbenen sank Anfang Februar mit kleinen Dellen auch in Baden-Württemberg. Am Dienstag stieg der Wert jedoch zuletzt wieder an. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sich die Entwicklung der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19 Infektion der Entwicklung der Neuinfektionen anpasst. Ähnlich wie zuletzt Mitte November liegt die Zahl der Verstorbenen aktuell bei 24.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden Todesfälle seit Ausbruch der Pandemie:

Corona in der Region Stuttgart

Die Region Stuttgart liegt beim Anteil der Neuinfizierten unter dem Landesschnitt – und mittlerweile auch unter der Landeshauptstadt. Stuttgart hat die 50er-Marke am Sonntag wieder erreicht und liegt am Dienstag schon bei einem Wert von 55 – und damit deutlich über dem Landesschnitt. In der Region weist aktuell außerdem kein anderer Kreis eine höhere 7-Tage-Inzidenz auf – der Landkreis Esslingen liegt derzeit ebenfalls bei 55 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner im Wochenmittel. Das Esslinger Gesundheitsamt könnte zudem wieder eine nächtliche Ausgangssperre anordnen – weil der politisch relevante Wert eine Woche lang über 50 lag. Bislang gilt diese aber noch nicht.

Die Karte zeigt, wie viele Corona-Neuinfektionen in der Region in den vergangenen sieben Tagen erkannt wurden – und zwar abhängig von der Bevölkerungszahl. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Unsere aktuelle Berichterstattung zum Coronavirus finden Sie hier.

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