Andreas Scheuer in Leonberg? Der OB will dem Minister das Stauchaos direkt zeigen

Blechlawinen auf der A 8 kurz vor Leonberg- Ost – ein Alltagsbild nicht nur während Bauarbeiten. Foto: factum/Granville
Blechlawinen auf der A 8 kurz vor Leonberg- Ost – ein Alltagsbild nicht nur während Bauarbeiten. Foto: factum/Granville

Kaufmann lädt Scheuer ein, damit der Chef des Berliner Verkehrsressorts sich ein Bild von den Blechlawinen machen kann.

Leonberg - Erst in der Nacht zum Mittwoch ist das Leonberger Zentrum einmal mehr zur Autobahn geworden. Von 23 Uhr am Abend bis 6 Uhr in der Früh waren die Wege zwischen dem Westanschluss und dem Stadtausgang nach Ditzingen in beide Richtungen voll mit Lastern und Autos. Genau in dieser Zeit war der Engelbergtunnel wegen Bauarbeiten gesperrt.

Das sollte sich Deutschlands oberster Verkehrsverantwortlicher ruhig selbst einmal anschauen, meint Oberbürgermeister Martin Kaufmann (SPD) und hat daher den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf einen Besuch eingeladen.

Stadt muss Einschnitte in die Lebensqualität reparieren

Denn selbst bei allen Bemühungen um bessere Luft, einen leistungsstarken Nahverkehr und weniger Lärm: „All diese Maßnahmen greifen zu kurz, wenn an der offiziellen Umleitungsstrecke festgehalten wird“, schreibt der OB an den Minister.

Bekanntermaßen wird bei Staus auf den Autobahnen oder beim gesperrten Tunnel der komplette Verkehr über die B 295 direkt durch Leonberg geführt, sogar mitten in der Nacht wie am frühen Mittwoch.

Die Stadt, so argumentiert Kaufmann im Brief an Scheuer, muss also Einschnitte in die Lebensqualität reparieren, „die sie mit Blick auf die Bundesautobahn nicht selbst zu verantworten hat.“

Leonberg bekommt Fördergelder aus Berlin

Leonberg „nimmt diese Herausforderung mit einem sehr aufgeschlossenen und lösungsorientierten Gemeinderat, motivierten Mitarbeitern und einer stark interessierten und mitwirkungsbereiten Bürgerschaft gerne an“, schreibt der Oberbürgermeister an den Ressortchef in Berlin. Nur bedürfe es dessen Hilfe, um die Bausteine von einer möglichen Seilbahn bis hin zu einem Tunnel zu einem Gesamtkonzept zusammenzufügen.

All dies würde Kaufmann dem Minister Scheuer am liebsten direkt vor Ort erläutern, aber auch nach Berlin reisen, um dort mit Scheuer zu sprechen.

Zwar hat das Ministerium auf den Brief noch nicht geantwortet, aber gleichwohl ein erstes positives Signal gesendet: Leonberg erhält Fördermittel von knapp einer Million Euro, um die Verkehrswende vor Ort zu bewältigen.




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