Coronavirus Tübinger Ärztin Federle bekommt Verdienstorden

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Fünfzehn Verdienstorden verleiht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Tag der Deutschen Einheit. Eine der Ausgezeichneten: Lisa Federle aus Tübingen.

Lisa Federle in ihrem Ärztemobil. Foto: /Manfred Grohe
Lisa Federle in ihrem Ärztemobil. Foto: /Manfred Grohe

Stuttgart - Die Tübinger Ärztin Lisa Federle wird mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie gehört zu einer Gruppe von insgesamt 15 Bürgerinnen und Bürger, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober unter dem Motto „Vereint und füreinander da“ ehren will. Neben Federle erhalten die Auszeichnung unter anderem der Virologe Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller.

„Die sieben Frauen und acht Männer haben sich durch außerordentliche Leistungen verdient gemacht: Sie helfen, die Corona-Pandemie zu bewältigen, fördern das Zusammenwachsen von Ost und West und tragen dazu bei, Vorurteile in unserer Gesellschaft abzubauen“, teilte das Bundespräsidialamt am Dienstag mit. Zu den Geehrten gehören auch die für ihren Youtube-Kanal bekannte Wissenschaftlerin Mai Thi Nguyen-Kim, der Schriftsteller Ingo Schulze sowie der Pianist Igor Levit.

Notärztin und Pandemiebeauftragte

Federle ist eine weit über Tübingen hinaus bekannte Notärztin, die sich vor allem in der Corona-Bekämpfung hervorgetan hat. Federle erfand im Jahr 2015 das Arztmobil, eine mobile Arztpraxis, mit der insbesondere Flüchtlinge in ihren Unterkünften versorgt werden konnten. In der Corona-Pandemie wurde dieses als mobile „Abstrichstation“ genutzt, als eine der ersten im Land. Sie ist Pandemiebeauftragte des Landkreises Tübingen und baute auch weit vor vielen anderen eine große Corona-Teststation auf. Federle ist zudem Präsidentin des DRK Kreisverbands Tübingen.

Das Bundespräsidialamt schrieb zur Begründung der Auszeichnung, Federle habe bei Ausbruch der Corona-Pandemie „innerhalb kürzester Zeit eine Fieberambulanz eingerichtet“. Einen eigenen Pandemieplan habe sie schon vor vielen Jahren erstellt. „Lisa Federle handelt immer wieder vorausschauend, um anderen zu helfen. Menschen wie Lisa Federle bilden den Kitt in unserer Gesellschaft – und das nicht nur in Krisenzeiten“, so das Präsidialamt.

Christian Drosten will der Bundespräsident ehren, weil es dem Berliner Virologen nach Bekanntwerden der ersten Erkrankungsfälle in Wuhan sehr schnell gelungen sei, den Erreger als SARS-Virus zu identifizieren und einen Nachweis zu entwickeln, der bereits im Januar verfügbar war. „Er lieferte wichtige und weltweit anerkannte Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen und hat diese auch mit innovativen Formaten der Öffentlichkeit vermittelt“, so das Bundespräsidialamt in seiner offiziellen Mitteilung. „Dass sein wöchentlicher Podcast ‚Coronavirus-Update’ mehr als 60 Millionen Mal abgerufen wurde, zeigt, wie groß gerade zu Beginn der Pandemie das Bedürfnis nach fundierter und verständlicher Erläuterung und Aufklärung in der Bevölkerung war.“

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