Entwicklung in Ditzingen-Hirschlanden Gewerbegebiet soll ein Lifting bekommen

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Die Stadt will einen Rahmenplan für die künftige Nutzung des Firmenareals im Stadtteil erstellen. Ortschaftsrat und Gemeinderat wollen dort aber keine neue Wohnnutzung ausweisen. Als nächstes folgt eine Bestandsanalyse.

Der jahrzehntealte Hirschlander Gewerbebestand soll zunächst analysiert werden. Foto: factum-Weise
Der jahrzehntealte Hirschlander Gewerbebestand soll zunächst analysiert werden. Foto: factum-Weise

Ditzingen - Die Grundstücke sind unterschiedlich groß, ebenso wie die Firmen, die am südöstlichen Ortsrand des Ditzinger Stadtteils Hirschlanden angesiedelt sind. Dort fahren Lastwagen ein und aus, die Flächen werden auf ganz unterschiedliche Art und Weise genutzt – alles, was sich in 40 Jahren so ergeben hat. Nun wollen die Stadtverwaltung und der Gemeinderat das Gewerbegebiet „Lange Äcker II“ analysieren, neu ordnen und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. In einem Punkt haben die Stadträte die Verwaltung schon bei der ersten öffentlichen Debatte im Gemeinderat überstimmt: Wohnhäuser soll es dort keine geben.

Das Thema beschäftigt verschiedene Gremien bereits seit dem Spätherbst des vergangenen Jahres. Zunächst hatte die Verwaltung eine städtebauliche Untersuchung angeregt: Man will das Gewerbegebiet zwischen der Hirschlander Südumfahrung und der Wohnbebauung nicht mehr so vor sich hindümpeln lassen, wie es sich seit Anfang der siebziger Jahre entwickelt hat. Es soll fit gemacht werden für die Zukunft – weil die Gesamtstadt Ditzingen keine Gewerbegebiete im Übermaß hat. Im November 2015 wurde bei einem Fachbüro für Stadtplanung eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse sollten die Basis für Beratungen sein, wie der bestehende alte Bebauungsplan geändert werden kann.

Planer definieren vier Szenarien

Die Städteplaner legten dann vor einigen Wochen ihre Analyse vor. In dieser ist in vier Szenarien dargestellt, wie das Gebiet in Zukunft gestaltet werden könnte. Die unterschiedlichen Ansätze sind erstens die Stärkung des Gewerbes, zweitens die Bündelung von Gewerbe und Ausformung des Gebiets als Ortseingang, drittens die Vermischung von neuen Wohngebäuden und altem Gewerbe sowie viertens die Ausweitung des Wohnens. Die Verwaltung sprach sich für das Szenario Drei aus, also für neue Wohnflächen im Gewerbegebiet.

Dagegen erhob sich aber Widerspruch in den beiden Gremien, die bis zur Sitzung des Gemeinderats am Dienstag bereits über das Thema diskutiert hatten. Sowohl der Ortschaftsrat als auch der Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) sprachen sich für das Szenario Zwei aus – also das reine Gewerbegebiet ohne Wohnen. „Warum sollen wir uns damit Probleme schaffen?“ fragte ein Stadtrat. Das Gewerbegebiet Hirschlanden solle man nicht nur erhalten, sondern auch sanieren, so wie jenes in Ditzingen, meinte Manfred Grossmann (Freie Wähler). Barbara Radtke (CDU) wies darauf hin, dass es in Ditzingen ein großes Interesse an Gewerbeflächen gebe; wenn man dem Ansinnen der Verwaltung zustimme, „wird das Gewerbegebiet Hirschlanden langfristig schrumpfen“.

Oberbürgermeister: Kein Handlungsdruck

Der Oberbürgermeister Michael Makurath wies mehrmals darauf hin, dass „wir keinen akuten Handlungsdruck haben“. Es sei alles „völlig undramatisch“. Über dieses Thema wolle der Gemeinderat ja auch in einer Klausur am 2. Juli beraten. Zudem war zu erfahren, dass eine Firma im Gebiet Änderungspläne habe. Näheres dazu wisse man aber noch nicht. Das Beratungsbüro brachte darüber hinaus die Idee ins Gespräch, das Gewerbegebiet auf der Südseite der Landesstraße zu erweitern. Der Ortschaftsrat war dafür, aber weder der Technische Ausschuss noch der Gemeinderat konnten sich damit anfreunden.

Nun werde man den Bestand analysieren, hieß es aus dem Rathaus nach der Sitzung. Es sei wichtig zu wissen, ob es leer stehende Gebäude gebe. Dafür werde man auf die Firmen zugehen, deren Entwicklungswünsche abfragen und die Überlegungen der Stadt erläutern. Und man will wissen, ob bestehende Flächen neu verteilt werden können. Um eines gehe es jedenfalls nicht: im Gebiet noch einen Standort für eine Flüchtlingsunterkunft zu finden.