Filmpreis sackt im Fernsehen ab Heftiger Quoteneinbruch bei den Oscars

Die Union Station in Los Angeles war Schauplatz der TV-Gala. Die Show brach drastisch ein. Foto: AFP/Mark Terrill
Die Union Station in Los Angeles war Schauplatz der TV-Gala. Die Show brach drastisch ein. Foto: AFP/Mark Terrill

Bei den Oscars geht es um Werbung für Hollywood – aber auch um Werbegelder. Die sind nun in Gefahr. Die aktuelle TV-Show hat viel weniger Menschen erreicht als erwartet.

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Los Angeles - Die Übertragung der Oscar-Gala beim US-Fernsehsender ABC hat im Vergleich zum Vorjahr mehr als die Hälfte der Zuschauer verloren. Knapp unter zehn Millionen Menschen sahen die Trophäen-Show am Sonntagabend (Ortszeit), wie das Branchenblatt „Variety“ am Montag unter Berufung auf vorläufige Zahlen der Marktforscher von Nielsen berichtete. Vergangenes Jahr waren noch mehr als 23 Millionen am Bildschirm dabei.

Traditionell ist die Oscar-Verleihung in den USA die meistgesehene Sendung des Jahres nach dem Superbowl-Sportevent. Wegen der Corona-Pandemie erlebten zahlreiche Preisverleihungen in den vergangenen Monaten sinkende Einschaltquoten. Die Grammy-Verleihung Mitte März hatte 51 Prozent weniger Zuschauer, die Golden Globes Ende Februar stürzten um 62 Prozent ab.

Die Oscars nerven die Pendler

Die 93. Verleihung der Academy Awards fand wegen Corona in einem deutlich kleineren Rahmen statt. Hauptschauplatz war das historische Bahnhofsgebäude der Union Station in Los Angeles mit weniger als 200 Gästen. Im traditionellen Dolby Theatre in Hollywood haben dagegen mehr als 3000 Menschen Platz. Wegen der vom Regisseur Steven Soderbergh, der Filmproduzentin Stacey Sher und dem TV-Produzenten Jesse Collins verantworteten Oscar-Show kam es zu leichten Behinderungen für Pendler und Reisende. Teile der noch immer für Nah- und Fernverkehr genutzten Union Station waren gesperrt. Die nötigen Umwege wurden unter dem Hashtag #fucktheoscars zum Teil bissig kommentiert.

Das Roadmovie „Nomadland“ von Chloé Zhao triumphierte bei der Oscar-Verleihung in drei Hauptkategorien: als bester Film, für Regie und für Frances McDormand als beste Hauptdarstellerin. Umfragen zufolge waren die in diesem Jahr nominierten Filme dem großen Publikum kaum bekannt. Im „Titanic“-Jahr 1998 hatte der Blockbusterfilm vor über 55 Millionen Fernsehzuschauern elf Oscars abgeräumt.




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