Flüchtlinge in Echterdingen Neue Räume helfen bei der Integration

Von Alessa Becker 

Ehrenamtliche Helfer der Flüchtlingskreise können künftig die Räume des ehemaligen Jugendcafés Domino in Echterdingen nutzen. Es gibt vielfältige Angebote zur Integration von Geflüchteten – von denen sich einige inzwischen selbst als Helfer engagieren.

Mario Matrai, Ehrenamtkoordinator Flüchtlingsarbeit LE, Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell, Öner Durmaz, Vorstand AK Asyl LE,  und Hammoud Alrazzak (von links) führen durch die renovierten Räume des ehemaligen Jugendcafés Domino. Foto: Alessa Becker
Mario Matrai, Ehrenamtkoordinator Flüchtlingsarbeit LE, Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell, Öner Durmaz, Vorstand AK Asyl LE, und Hammoud Alrazzak (von links) führen durch die renovierten Räume des ehemaligen Jugendcafés Domino. Foto: Alessa Becker

Echterdingen - Hammoud Alrazzak und sein Kumpel Mageed Sbagah gehen stolz durch die Räume des ehemaligen Jugendcafé Domino an der Hauptstraße. Seit dem Sommer ist hier einiges verändert worden. Offen und hell ist es, Holzbalken im Fachwerkstil verlaufen durch die Räume, an einer Wand hängt eine große Weltkarte. Direkt nach dem Eingangsbereich gibt es Sitzmöglichkeiten, einen Stapel an Gemeinschaftsspielen und zwei Gitarren. Es wirkt gemütlich wie ein Wohnzimmer. Die Räume sind seit Herbst 2017 saniert worden und es ist Platz für die ehrenamtlichen Mitwirkenden der Flüchtlingskreise in Leinfelden-Echterdingen entstanden.

Hammoud Alrazzak und Mageed Sbagah haben selbst tatkräftig mitgeholfen. Sie haben ein Jahr lang Bundesfreiwilligendienst bei der Helfergruppe Arbeit und Integration gemacht. „Es ist ein gutes Gefühl, selbst helfen zu können“, sagt Alrazzak. Vor drei Jahren ist er von Syrien nach Deutschland geflüchtet und lebt nun mit seiner Frau und drei Kindern in Stuttgart. „Wenn unser Heimatland wieder sicher ist, möchten wir mit den Kindern zurückgehen, aber bis dahin ist es wichtig, dass wir uns hier integrieren und anderen dabei helfen, sich zu integrieren“, sagt der 37-Jährige.

Sieben Tage die Woche ist etwas geboten

Die Vereine Arbeitskreis Asyl LE, Freundeskreis LE für Kriegsflüchtlinge und die Helfergruppe Arbeit und Integration des Vereins Lebenswertes LE werden den Geflüchteten von nun an gemeinsam in den neuen Räumen dabei helfen. Die Gebäudeverwaltung übernimmt die Stadt. „Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, verschiedene Helferkreise unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuführen“, sagt Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell. Sieben Tage die Woche sei hier etwas geboten. Mittwochs und freitags wird die neue Küche beim „One World Café“ von AK Asyl genutzt. Donnerstags wird nebenan das Internetcafé mit acht Computern geöffnet. Ehrenamtliche Sprechstunden, Infoveranstaltungen und Sprachkurse von der VHS werden von Montag bis Freitag angeboten.

Alrazzak möchte sich auch weiterhin beteiligen. „Ich möchte eine Brücke zwischen den Geflüchteten und den Deutschen sein“, sagt er. Vom 10. Februar an wird er jeden Samstag mit seiner Frau ein arabisches Gericht kochen und in den neuen Räumen anbieten. „Das soll ein Begegnungsort sein, Deutsche und Geflüchtete sind eingeladen.“

Bosch-Mitarbeiter reparieren Fahrräder

Auf Containern auf dem Vorplatz soll außerdem ein Fahrradlager entstehen. Vier Mitarbeiter der Firma Bosch reparieren jeden Dienstag dort gemeinsam mit Flüchtlingen Fahrräder. „Ein Fahrrad ist für die Geflüchteten viel wert, denn so können sie mobil sein“, sagt Mario Matrai, Ehrenamtskoordinator für die Flüchtlingsarbeit in Leinfelden-Echterdingen. Es gebe einige Flüchtlinge, die sich besonders schnell integrieren und die Sprache gut lernen. „Diese können andere bei der Integration unterstützen“, sagt er.

Das kann Hammoud Alrazzak nur bestätigen. „Ich unterhalte mich viel mit anderen Flüchtlingen, da ich ihre Sprache spreche, vertrauen sie mir viel mehr an und sagen, was sie brauchen.“ Gemeinsam mit Mageed Sbagah sucht er auf der Weltkarte an der Wand nach ihrem Heimatland.




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