Fußball-Oberliga Setzen, sechs – Stuttgarter Kickers ungenügend in Göppingen

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Drucklos, harmlos, ideenlos – die Stuttgarter Kickers kassieren nach einer desolaten Vorstellung ihre erste Saisonniederlage. Vor dem Heimspiel gegen den SV Linx ist der Rückstand auf die Spitze auf sieben Punkte angewachsen.

David Kammerbauer (re., gegen Göppingens Tobias Clauß) und die Stuttgarter Kickers: Chancenlos beim 0:2 unterm Hohenstaufen. Foto: Baumann
David Kammerbauer (re., gegen Göppingens Tobias Clauß) und die Stuttgarter Kickers: Chancenlos beim 0:2 unterm Hohenstaufen. Foto: Baumann

Göppingen - Mijo Tunjic war völlig außer sich. Wild gestikulierend und mit grimmiger Miene stapfte der Kapitän des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers nach den 90 Minuten vom Feld. „Das war eine ganz schlimme Leistung von uns. Wir verlieren jeden Zweikampf und der Gegner war auf jeder Position besser besetzt“, schimpfte der 32-Jährige nach dem 0:2 (0:1) beim 1. Göppinger SV. Auf der Tribüne im Stadion an der Hohenstaufenstraße konnte Präsident Rainer Lorz nur verständnislos den Kopf schütteln: „Das war ein saft- und kraftloser Auftritt.“ Setzen, sechs könnte man auch sagen. Und der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht tat es: „Das war einfach ungenügend von uns.“

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Es war zwar die erste Saisonniederlage im 13. Pflichtspiel für die Kickers – doch der Rückstand auf den Spitzenreiter SGV Freiberg ist bereits auf sieben Punkte angewachsen. „In der Verfassung, in der wir uns heute präsentiert haben, wäre es vermessen, nach anderen zu schauen“, wollte Siebrecht auf die Tabellensituation gar nicht eingehen.

Göppingen wie verwandelt

Freiberg hatte vor zehn Tagen mit 7:0 in Göppingen gewonnen. Dass sich der Sportverein nicht noch einmal so dermaßen abschlachten lassen würde, war klar. Nur eben offenbar den Kickers nicht. Denn sie hielten nicht dagegen. Drucklos, harmlos, ideenlos, ohne Biss und die nötige Körpersprache präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Ramon Gehrmann den 500 Zuschauern. Ein Punktgewinn war in keiner Phase des Spiels in Reichweite. „Ich hatte den Eindruck, der Gegner hat ständig einen Mann mehr auf dem Platz. Zudem war unsere individuelle Fehlerquote extrem hoch“, kritisierte Siebrecht. Die Niederlage hätte weitaus höher ausfallen können. Doch bis auf die Tore von Kevin Dicklhuber (22./siebtes Saisontor) und Jannick Schramm (81.) zeigten sich die wie aufgedreht spielenden Göppinger vor dem Gehäuse von Thomas Bromma nicht kaltschnäuzig genug. Trainer Gianni Coveli konnte es verschmerzen: „Wir haben 90 Minuten Tempofußball gezeigt und ein völlig anderes Gesicht, als gegen Freiberg an den Tag gelegt. Darauf bin ich stolz.“

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Wie es nun bei den Stuttgarter Kickers weitergeht? „Wir dürfen uns jetzt nicht gegenseitig zerfleischen“, forderte Mittelfeldspieler Nico Blank, „und eine Reaktion zeigen.“ Die Chance bietet sich an diesem Samstag (14 Uhr) – zuhause gegen den SV Linx.

Aufstellungen

1. Göppinger SV: Schleicher – Schramm (90. Idehen), Ivezic, Milisic, Frenz, Loser – Brück, Schraml – Ziesche (82. Clauß), Dicklhuber, Lekaj (77. Neziri).

Stuttgarter Kickers: Bromma – Reisig, Kolbe (69. Dobros), Rieg – Landwehr, Blank (80. Visoka), Obernosterer, Kling, Kammerbauer (63. Moos) – Tunjic, Braig (46. Giles).




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