Gymnasien in Stuttgart-Vaihingen Schulsanierung in kleinen Schritten

Das Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasium ist marode und es hapert am Internetempfang. Bald soll die Schule aber ans Glasfasernetz. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Das Vaihinger Fanny-Leicht-Gymnasium ist marode und es hapert am Internetempfang. Bald soll die Schule aber ans Glasfasernetz. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Es tropft rein, die Akustik ist schlecht und der Internet-Empfang auch: Bei den beiden Vaihinger Gymnasien liegt vieles im Argen. Das soll sich nun ändern, aber leider auch etwas dauern.

Vaihingen - Der Sanierungsstau am Fanny-Leicht- und am Hegelgymnasium und das lange Warten auf den neuen Schulcampus ist in Vaihingen ein thematischer Dauerbrenner. Jüngst hatten im Bezirksbeirat Vertreter der beiden Vaihinger Gymnasien den maroden Zustand ihrer Bildungseinrichtungen und die schlechte Ausstattung mit WLAN beklagt. „In der Sitzung ist der Eindruck entstanden, es tue sich gar nichts, aber dem ist nicht so“, sagte der Bezirksbeirat Ulrich Bayer, der den Arbeitskreis Schule des Gremiums leitet. Nach beharrlichem Bohren bei der Verwaltung sei mittlerweile einiges in Gang gekommen.

Der Anschluss ans Glasfasernetz kommt

Auf Nachfrage unserer Zeitung bei Andreas Hein, dem Leiter des Schulverwaltungsamts, kristallisierte sich heraus, was im Fanny-Leicht-Gymnasium bald verbessert werden soll. Bereits im Dezember 2019 sei „am Rande der Haushaltsberatungen eine Bestandsaufnahme“ gemacht worden. Zurzeit werde die Akustik in der Cafeteria verbessert, und man kümmere sich um die Abdichtungen an der Fassade des Mittelbaus. Am Westbau würden die Fenster erneuert, und die Fenstererneuerung im Südbau sei in Planung. „Die Undichtigkeiten am Dach werden geprüft“, sagt Andreas Hein. „Wir sind dabei, das Fanny-Leicht-Gymnasium für schnelles Internet ans städtische Glasfasernetz anzuschließen. Dies wird spätestens in der ersten Jahreshälfte 2021 umgesetzt sein“, sagt der Leiter des Schulverwaltungsamts.

Ab 2022 soll es auch eine neue Sprachalarmierungsanlage geben, mit der zum Beispiel bei Amokalarm nicht wie bisher nur Töne, sondern Sprachnachrichten weitergegeben werden können. „Dafür muss aber erst der Glasfaseranschluss fertig sein“, sagt Andreas Hein. Außerdem werde geprüft, wie man den Pavillon der Schule mit WLAN und einem Netzwerk ausstatten könne. Dann werde man die gesamten Gebäude auf den Stand der Technik bringen. Weil es an der Bildungsanstalt beengt zugehe, halte das Amt die Augen offen, wenn Grundstücke verkauft würden, die als Flächen für die Schule nutzbar seien.

Mit dem Vaihinger Schulcampus, sagt Hein, verfahre man zweigleisig: „Kurzfristig wird der Nordbau des Hegel-Gymnasiums saniert.“ Der Architekt solle in der ersten Jahreshälfte 2021 beauftragt werden, und die Sanierung solle Anfang 2023 beginnen. Die Vernetzung der Gebäudetrakte mit WLAN solle Ende 2024 erfolgt sein. Auf dem Campus beginne man nicht mit dem Bau des Campushauses, sondern mit dem Neubau der Robert-Koch-Schule und der Werkrealschule der Pestalozzi-Schule. „Die Gesamtplanung erfordert ein neues Raumkonzept, dann folgen Planungs- und Umsetzungsbeschlüsse“, sagt Hein. Man habe im Sommer 2020 starten wollen, sei aber durch die Corona-Krise in Verzug geraten. Der Baubeginn für den Ersatzneubau sei für Mitte 2025 vorgesehen.

Kommunalpolitiker drängen die Verwaltung zur Eile

Weil auch ihm das Schulprojekt viel zu langsam vorangeht, macht Ulrich Bayers Parteifreund, der für Vaihingen zuständige Betreuungsstadtrat Jürgen Sauer, Druck. Am 21. November 2019 habe seine Fraktion die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, ob die Neubauten auf dem Campus im Generalübernehmer-Verfahren umsetzbar seien und ob man zunächst nur für dieses Projekt eine befristete Stelle im Schulverwaltungsamt schaffen könne. Weil die Verwaltung noch nicht geantwortet hatte, beantragte die CDU-Fraktion am 27. November, die Verwaltung möge das Ergebnis der Prüfung präsentieren.

Andreas Hein zeigt sich offen gegenüber dem Generalübernehmer-Verfahren: „Das kann für einen kompletten Neubau eine interessante Möglichkeit sein. Man muss aber alles bis ins letzte Detail festlegen und dann einem Investor geben. Dann ist der Sack zu.“




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