Interview mit „Gärten-des-Jahres“-Gewinner „Ein Garten braucht ein Konzept“

Regelmäßiges Gießen reicht nicht, um einen schönen Garten zu haben. Foto: dpa
Regelmäßiges Gießen reicht nicht, um einen schönen Garten zu haben. Foto: dpa

Was ist bei Gartenbesitzern in? Was geht immer schief? Und welche Rolle spielt bei Hobby-Gärtnern die Nachhaltigkeit? Antworten auf diese Fragen gibt Stephan Arnold aus Leinfelden-Echterdingen. Beim Wettbewerb „Gärten des Jahres“ hat seine Firma gleich zwei Anlagen unter den besten 50 platziert.

Oberaichen - Beim Wettbewerb „Gärten des Jahres“ hat die Firma Otto Arnold aus Oberaichen gleich zwei Anlagen unter den besten 50 platziert. Was macht einen gelungenen Garten aus? Seit dem Jahr 1960 ist die Firma Otto Arnold im Bereich Garten- und Landschaftsbau tätig. In zweiter Generation hat sich das Unternehmen aus Oberaichen auf die Gestaltung von Privatgärten spezialisiert. Der Inhaber Stephan Arnold (55) kennt die Trends und die Fehler.

Was ist aktuell bei Gartenbesitzern in?

Beliebt ist das Cocooning, das Sichzurückziehen in die Privatsphäre. Dass man nicht gestört wird und einen schönen Ausblick auf seinen Garten genießen kann. Zum Teil kommen dann Hecken hin, aber nicht nur. Es können auch Spalierbäume sein, die nicht an der Grenze sitzen, sondern eine Art zweite Hecke darstellen. Wir pflanzen auch gern Bäume, die wie ein Dach geschnitten sind. Dann habe ich die Blicke von oben weg – und gleichzeitig einen natürlichen grünen Sonnenschirm. Da sich das Leben viel mehr im eigenen Garten abspielt, sind auch Outdoorküchen sehr im Trend. Und da die Sommer bei uns immer wärmer werden, sehnen sich viele Gartenbesitzer nach einem Pool.

Und was ist mit der Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit ist ein relativ großes Thema. Die meisten Gärten, die wir bauen, sind aus heimischen Natursteinmaterialien, die maximal 200 Kilometer Strecke hinter sich haben. Da geht ganz klar der Trend weg vom China-Material. Vor ein paar Jahren haben alle nur noch diesen hellgrauen Granit eingesetzt. Der war deutlich günstiger als ein deutscher Naturstein, aber bei der CO2-Bilanz braucht man nicht lange rechnen, um zu wissen, dass die nicht gut ausfällt. Bei Terrassen hat man früher ein Teak- oder ein Bangkiraiholz benutzt. Heute sagen wir, es gibt auch in Europa sehr schöne Hölzer.

Wollen die Leute auch wieder mehr heimische Pflanzen?

Das würde ich nicht unterstreichen. Immer wieder kommt die Frage nach Olivenbäumen. Die Feige überlebt mittlerweile bei uns. Sogar auf den Fildern gibt es Feigenbäume, die gut leben und auch eine Ernte bringen. Vor 15 oder 20 Jahren war das nicht denkbar. Kiwis gibt es schon relativ lang. Die Pflanze muss nur an einer geschützten Hauswand sitzen, dann kann sie wunderbar wachsen.

Welche groben Fehler sehen Sie immer wieder in Gärten?

Ein Fehler ist es, wenn man kein anständiges Konzept hat. Wenn man beispielsweise in den Bau- oder den Pflanzenmarkt geht und irgendwelche Elemente, Materialien und Pflanzen wahllos zusammenmischt. Da kommt nichts Gutes raus. Ein Garten muss geplant werden. Unruhig wird es relativ schnell, es kann auch in die Sparte Kitsch rutschen. Wenn ich eine Ahnung habe, wie sich eine Pflanze entwickelt, wie groß sie wird und wie sie sich ausbreitet, dann weiß ich, wie der Garten auch nach etlichen Jahren aussieht. Als Laie muss ich schon aufpassen. Oft komme ich in Gärten, wo eine Fichte hinten drinsteht. Dann heißt es: Die haben wir uns mal als kleines Bäumchen an Weihnachten gekauft und dann in den Garten gesetzt. Und jetzt ist sie auf einmal 15 Meter hoch.




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