Kriminalstatistik in Stuttgart Gewalttäter schlagen häufiger zu

Von Wolf-Dieter Obst 

Erfreulich: In Stuttgart gab es im vergangenen Jahr deutlich weniger Straftaten. Knapp 59 000 Delikte – das ist die niedrigste Zahl seit 2006. Wir schauen hinter die Zahlen der Kriminalstatistik.

Spurensicherung am Tatort: In Stuttgart hat es im vergangenen Jahr knapp 59.000 Straftaten gegeben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Spurensicherung am Tatort: In Stuttgart hat es im vergangenen Jahr knapp 59.000 Straftaten gegeben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Das sieht deutlich entspannter aus: Die Zahl der Straftaten in Stuttgart ist 2016 um mehr als elf Prozent zurückgegangen – von knapp 66.500 auf knapp 59.000 Fälle, teilt die Polizei am Freitagnachmittag mit. Besonders erfreulich dabei: Erneut gab es weniger Wohnungseinbrüche, die Invasion der Taschendiebe wurde vorerst eingedämmt, Diebstähle gingen zurück. Allerdings haben Gewalttäter viel häufiger zugeschlagen, es gab mehr Raubstraftaten, und die Fahnder deckten mehr Drogendelikte auf. Wir nehmen die Kriminalität in Stuttgart unter die Lupe.

Todesschüsse beim Anwalt

Im Wohngebiet auf der Gänsheide im Stuttgarter Osten herrscht stundenlang Ausnahmezustand. Der 67-jährige Karl-Heinz S. aus Offenbach hatte am 11. Juli in einem etwas verwahrlosten Zustand die Anwaltskanzlei eines 75-jährigen betreten – mit einer Waffe in der Hand. In benachbarten Schulen und Kindergärten wird Amokalarm ausgelöst, keiner darf raus. Als ein Spezialeinsatzkommando nach über vier Stunden die Kanzlei stürmt, finden die Beamten zwei Tote. Der Mann aus Offenbach hat den Anwalt erschossen und sich selbst gerichtet. Angeblich war das Opfer dem Schützen einen sechsstelligen Betrag schuldig – doch dieser Auffassung war wohl nur der Mörder.

Vier vollendete und sechs versuchte Mordfälle – die Polizei registrierte insgesamt 35 Straftaten gegen das Leben. Ein Anstieg: Im Jahr davor gab es lediglich 19 Delikte.




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