Leinfelden-Echterdingen Meister Lampe frisst Bauern den Salat weg

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Auf den Feldern von Leinfelden-Echterdingen gibt es inzwischen doppelt so viele Hasen wie früher. Für die Landwirte sind sie eine Plage. Jagen darf man sie aber wegen der Schonzeit erst im Herbst.

Hasen müssen sich erst im September vor Jägern in Acht nehmen. Foto: dpa
Hasen müssen sich erst im September vor Jägern in Acht nehmen. Foto: dpa

Echterdingen - Er hat eigentlich ein positives Image und ist vor allem bei Kindern vor allem wegen Ostern sehr beliebt – der Feldhase. Die Bauern sind jedoch nicht gut auf ihn zu sprechen. Denn er nagt das Gemüse und den Salat an, den sie eigentlich verkaufen wollen.

„Das Schlimmste dabei ist, dass sie nicht dem ganzen Salatkopf fressen, sondern die einzelnen Pflanzen nur anknabbern“, sagte der Obmann der Echterdinger Landwirte, Fritz Auch-Schwarz, am Donnerstag bei der Felderrundfahrt. Er vermutete, dass die Anpflanzung von Hecken den Bestand der Mümmler erhöht habe.

Messegelände war früher Hasenareal

Dem widerspricht jedoch Fritz Morgenthaler, der bis vor einem Jahr das maßgebliche Jagdrevier gepachtet hatte. Sofern die Hasen sich im Feld gut verstecken und ducken könnten, reiche das aus. „Früher hat es dort, wo heute die Messe steht, die meisten Hasen gegeben, weil das Gelände für sie ideal war“, sagt der Jäger. Im vergangenen Herbst habe man mehr als 100 Langohren auf der Gemarkung gezählt. „Das sind im Vergleich zu früheren Jahren doppelt so viele“, sagte Morgenthaler bei der Felderrundfahrt. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Hasen wegen der Schonzeit erst im Herbst gejagt werden könnten. „Das gibt dann eine Art Treibjagd, bei der die Jäger über die Felder laufen.“ Deshalb könne das Ganze auch erst stattfinden, wenn die Felder abgeerntet sind.

Durch die Hasen würden auch viele Greifvögel angezogen, berichtete Landwirts-Obmann Auch-Schwarz bei der Rundfahrt. „Die sitzen am Straßenrand und warten bis die Hasen überfahren werden.“ Er habe schon Rote Milane und auch einige Bussarde gesehen. Die Landwirte ärgern sich aber nicht nur über die Hasen. Auch Rabenkrähen und Ringeltauben mögen sie nicht. Die machen sich vor allem über die frischen Setzlinge auf den Äckern her. Auch sie dürfen laut Morgenthaler erst im September gejagt werden. Die Ringeltauben haben sich dann jedoch meist schon Richtung Süden abgesetzt.

Erfreut über Rebhuhn-Zuwachs

Erfreut zeigen sich Landwirte und Jäger dagegen über den derzeitigen Bestand an Rebhühnern auf der Gemarkung von Echterdingen. Südlich der Messe habe man zehn Brutpaare im Februar gezählt, berichtete Morgenthaler. Nördlich der Messe seien es zwei gewesen und Richtung Leinfelden noch einmal vier. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es insgesamt zehn Paare. Landwirt Fritz Auch-Schwarz führt den guten Stand vor allem auf das Rebhuhn-Schutzprogramm zurück, das die Landwirte in Zusammenarbeit mit den Jägern und dem Naturschutzbund umsetzen. Das Projekt sieht vor, dass die Bauern spezielle Pflanzen, die vor allem dem Niederwild schmecken, auf ihren Äckern wachsen lassen. Dafür bekommen sie dann einen finanziellen Ausgleich.