LKZ-Sommergespräche „Beim Verkehr müssen wir radikal umdenken“

Von Thomas K. Slotwinski 

Frank Albrecht von der Ratsgruppe SALZ über Mobilität, freies Busfahren, Wohnungspolitik und den neuen OB.

Vorbild Schweiz: Die dortige Postauto-Gesellschaft erprobt selbstfahrende Shuttle-Busse. Foto: Postauto
Vorbild Schweiz: Die dortige Postauto-Gesellschaft erprobt selbstfahrende Shuttle-Busse. Foto: Postauto

Leonberg - Stille an einem sonnigen Morgen im Pomeranzengarten. Da lässt es sich auf der Treppe gut diskutieren.

Herr Albrecht, der Pomeranzengarten ist gerade im Sommer ein schöner Treffpunkt.

Darum ging es mir aber höchstens in zweiter Linie. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Pomeranzengarten keinen barrierefreien Zugang hat. Schauen Sie sich die Treppe an: Die ist extrem steil, selbst für Menschen ohne Gebrechen.

Oberbürgermeister Kaufmann sieht den Pomeranzengarten als eine Station für eine mögliche Seilbahn und Tor zur Altstadt.

Wenn eine Seilbahn direkt hier ankäme, müsste immer noch die Treppe überwunden werden. Deshalb ist sein Vorschlag blanker Populismus, solange das Zugangsproblem nicht angegangen wird.

Sie sind doch sonst der Querdenker...

Aber es muss einen realen Hintergrund haben. Eine Seilbahn ist statisch. Bei Bosch, direkt hier in Leonberg, wird eine moderne Mobilität mit selbstfahrenden Wagen entwickelt. Das könnte die Zukunft sein.

Selbst autonome Autos sind auf der Straße unterwegs. Die Seilbahn schwebt drüber.

Es gibt zwei Probleme: der innerörtliche Verkehr ist eigentlich gut, weil er zeigt, dass Leben in der Stadt ist. Er muss nur umstrukturiert werden. Dann haben wir den Durchgangsverkehr mit dem legendären Kaufmann-Tunnel. Diese lange Tunnelvariante ist unbedacht, weil sie letztlich nur eine weitere Fernstraße ist und die schwierigen Bodenverhältnisse ignoriert.