Neues Jugendhaus für den Süden Bezirksbeirat begrüßt die Entwicklung des Quartiers

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Noch in diesem Jahr könnte der Startschuss für den Neubau des Jugendhauses Heslach mit integrierter Stadtbibliothek fallen. Auch ein Antrag der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Die Linke-Plus hat das stockende Verfahren wieder in Gang gebracht.

Der Eingang des neuen  Jugendhauses Heslach soll direkt an der Böblinger Straße sein. Foto: Büro eberle gommel
Der Eingang des neuen Jugendhauses Heslach soll direkt an der Böblinger Straße sein. Foto: Büro eberle gommel

S-Süd - Der Bauantrag ist nun endlich abgegeben. Einiges müsse vielleicht noch nachgereicht werden. Das sei aber in so einem Prozess nicht ungewöhnlich, sagte Sieghard Kelle in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Süd. Wann genau die Baugenehmigung erteilt werde, kann der Leiter der Stuttgarter Jugendhausgesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. „Aber wir sind unterwegs.“

Das neue Gebäude soll offen und transparent gestaltet sein

Auch die Aufteilung der einzelnen Geschosse sowie die geplante Gestaltung innen und außen konnte Kelle den Lokalpolitikern bereits präsentieren. Direkt an der Böblinger Straße werde sich der Eingang zum Jugendhaus und ein Café befinden. „Es ist alles sehr offen und transparent gestaltet“, sagte Kelle. „Wir wollen, dass man sieht, was dort geschieht.“

Nun fehlt nur noch die Baugenehmigung, dann könnte das größte Projekt im Stuttgarter Süden starten, welches rund 7,2 Millionen Euro kosten soll. Für den Neubau ist zudem eine Änderung des vorherrschenden Bebauungsplanes notwendig. Dieser Auslegungsbeschluss hätte nach Auffassung der Bezirksbeiräte längst vom Gemeinderat „durchgewunken“ werden müssen. Sieghard Kelle ist in diesem Punkt aber gelassen: „Wir kennen den Plan und haben die Entwürfe darauf abgestimmt“, versicherte Kelle und betonte: „Wir sind im Lauf drin.“ Sobald der Bebauungsplan beschlossen sei, könne man ins Ziel einlaufen.

SÖS-Linke-Plus fordern eine zügigere Bearbeitung

Die Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus hingegen ist da anscheinend nicht ganz so optimistisch. Im Gegenteil. Sie ist verwundert darüber, dass der Bebauungsplan nicht längst von dem dafür zuständigen Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) genehmigt wurde. Den Grund dafür sieht die Fraktionsgemeinschaft in der Bindung des geplanten Jugendhauses mit Stadtteilbücherei an das benachbarte Grundstück, dem ehemaligen Hofbräu-Areal an der Böblinger Straße 104. Dieses gehört nämlich seit dem Jahr 2015 dem Lebensmitteldiscounter Aldi, der dort einen Wohnpark mit Ladeneinheiten plant. Bei der Fraktionsgemeinschaft befürchtete man nun, dass Aldi sich nicht an die vier vereinbarten SIM-Wohnungen halten wollte, weshalb die Verhandlungen zwischen Stadt und dem Discounter ins Stocken geraten seien. Dies ist aber laut Detlef Kron absolut nicht der Fall. „Die Anzahl wurde nie bestritten“, sagt der Leiter des Stadtplanungsamtes. Zudem habe sich der Discounter insgesamt sehr kooperativ gezeigt. Der Grund für die Verzögerungen wären lediglich umfangreiche Anmerkungen von Aldi in dem Vertrag bezüglich der SIM-Wohnungen gewesen. Bei einem Termin am vergangenen Donnerstag habe man aber eine Einigung gefunden, sagt Kron. Es sei nicht um grundsätzliche Dinge gegangen, sondern lediglich um rechtliche Fragen, die man in der Stadtverwaltung nicht so schnell habe klären können. Er geht davon aus, dass es in Kürze zu einer Vertragsunterzeichnung kommt.

Leuchtturmprojekt für den Stadtbezirk

Eine Teilung des Bebauungsplanes, wonach die beiden Grundstücke unabhängig von einander gewesen wären, hält er deshalb nicht mehr für notwendig. Dies hatte die SÖS-Linke-Plus zunächst in der ersten Fassung ihres Antrages gefordert. Bereits in der Sitzung hatte man sich dann aber schon mit den anderen Fraktionen darauf geeinigt, es bei einem erneuten Appell an die Stadtverwaltung, den Auslegungsbeschluss „umgehend“ dem UTA weiterzuleiten, um „Schaden vom Neubau des Jugendhauses“ abzuwenden, zu belassen. Kron geht derzeit davon aus, dass dies in einer der nächsten Sitzungen im April geschehen wird. „Es geht also weiter.“

Der Neubau des Jugendhauses Heslach mit integrierter Stadtteilbibliothek ist eines der wichtigsten Projekte im Stadtbezirk, wie Bezirksvorsteher Raiko Grieb betonte. Vor allem die Kombination aus beiden Einrichtungen stößt bei vielen auf große Begeisterung: „Das Projekt entwickelt sich nicht nur zu einem baulichen Nebeneinander, sondern zu einem großen Miteinander.“ So schwärmte der CDU-Vertreter Roland Petri nach der Vorstellung der Pläne durch Sieghard Kelle. „Pathetisch“ wolle er ja gar nicht werden, fügte er hinzu. Dennoch habe man dann im Süden etwas, „was es nirgends sonst gibt“. Er bezeichnete es als „Sternstunde“ für den Stadtbezirk.

Bezirksbeiräte befürchten Gentrifizierung in Heslach

Vor allem die SÖS-Linke-Plus befürchtet jedoch, der „Gentrifizierungsprozess“ könnte sich in Kombination mit dem Aldi-Bau nebenan weiter fortsetzen. Der Bezirksbeirat forderte deshalb fast einstimmig – bis auf den AfD-Vertreter Ernst-Udo Abzieher – die Stadtverwaltung auf, darzulegen, wie sich dieser Trend im Heslach und im Lehen bemerkbar mache. Auch generelle Auskünfte darüber, welche Maßnahmen Kommunen überhaupt haben, um einer eventuellen Gentrifizierung entgegen zu wirken, sind gewünscht und konkret, wie die „gewachsenen Bevölkerungsstrukturen“ im Süden gesichert wird.




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