In Belgien werden die neuen Reisedokumente mit berühmten Comic-Figuren illustriert

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)

Brüssel - Belgien ist in der ganzen Welt berühmt als das Land von Bier, Fritten und Schokolade. Weniger bekannt ist, dass die Menschen dort auch mit viel Fantasie und einem feinsinnigen Humor ausgestattet sind. Wie sonst könnte ein so kleines Volk so viele herausragende Comic-Zeichner hervorbringen? Die Abenteuer von Tim und Struppi des Zeichners Hergé begeistern Millionen Fans, das legendäre Marsupilami von André Franquin hat einen festen Platz in der Comic-Welt und wer könnte dem naiven Charme der Schlümpfe des Illustrators Peyo widerstehen?

Politiker mit Hang zum Humor

Selbst die belgischen Politiker legen einen gewissen Hang zum Humor an den Tag, weshalb sie sich nun entschieden haben, das eher trockene Staatsgeschäft mit den schönen Künsten zu verbinden. Die neuen Reisepässe, die ab dem 7. Februar ausgegeben werden, sind illustriert mit Comicfiguren. Außenministerin Sophie Wilmès erklärte bei der öffentlichen Präsentation, dass die neuen Dokumente in den Händen ihrer Besitzer durch die ganze Welt wandern werden. Das sei eine einzigartige Gelegenheit, die Kunst des belgischen Comics noch populärer zu machen, „die ein zentrales Element unserer Kultur und unseres Einflusses im Ausland ist“.

Der Reisepass soll sicherer werden

Aber natürlich steht bei der Aktion nicht die Kunst im Vordergrund, denn alles hat einen sehr ernsten Hintergrund. „Der belgische Pass ist einer der besten der Welt, er ist eine Quelle des Stolzes für uns, aber auch ein Objekt der Begierde für Fälscher“, sagte Sophie Wilmès. Im vergangenen Jahr seien 500 schwerwiegende Betrugsfälle vor Gericht gebracht worden. „Deshalb arbeiten wir ständig daran, die Sicherheit zu verbessern,“ erklärte die Außenministerin. Zu den neuen Sicherheitselementen zählen etwa die Verlängerung der Pass-Nummer, die gespeicherten Daten sind speziell verschlüsselt und das Foto ist über eine spezielle Lasergravur fälschungssicher gemacht.

Der Preis für das Dokument wird nicht erhöht

Und sie betonte, dass obwohl die Sicherheit des Dokuments mit großem Aufwand verbessert worden sei, werde der Preis für die Bürger nicht steigen. So kostet der neue Reisepass 65 Euro für Erwachsene und 35 Euro für Minderjährige. Sophie Wilmès wertet das „vor dem Hintergrund allgemeiner Preiserhöhungen als eine starke Geste“ des belgischen Staates gegenüber seinen Bürgern.

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