Online-Klassik-Festival Star-Konzerte und die Bayreuther Festspiele virtuell

Von Ulla Hanselmann 

Die Deutsche Grammophon bietet ein hochkarätig besetztes Online-Klassik-Festival an – mit Konzerten von Stars wie Alice Sara Ott und Rolando Villazón im kostenpflichtigen Stream. Interessant für Bayreuth-Fans: Ab Ende Juli ist ein fünfwöchiges virtuelles Festspiel-Programm angekündigt.

Die Pianistin Alice Sara Ott eröffnet das Online-Festival. Foto: Deutsche Grammophon/Felix Broede
Die Pianistin Alice Sara Ott eröffnet das Online-Festival. Foto: Deutsche Grammophon/ Felix Broede

Stuttgart - Ein Sommer ohne Klassik-Festivals – das wäre schade. Dieser Meinung ist das Klassiklabel Deutsche Grammophon und will die Lücke mit einem hochkarätigen Online-Programm füllen. „DG Stage – the Classical Concert Hall“ heißt das virtuelle Festival, das Ende Juni beginnt und mit kostenpflichtigen Konzertstreams aufwartet. Im Angebot: Recitals, Orchesterkonzerte, Vokal- und Opernproduktionen – und Richard Wagner. Laut Pressemitteilung der Deutschen Grammophon biete „DG Stage“ auch „ein umfassendes Programm der Bayreuther Festspiele 2020, die ab 25. Juli fünf Wochen lang in virtueller Form stattfinden“. Anfang April war das Opern-Spektakel auf dem Grünen Hügel aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Bayreuther Festspiele virtuell

Hubertus Herrmann, Pressesprecher der Bayreuther Festspiele, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass es ein virtuelles Festspiel-Programm geben werde. Derzeit würden mit der Deutschen Grammophon noch Termine und Details abgestimmt, weitere Informationen sollen in wenigen Tagen folgen.

Bei „DG Stage“ soll wöchentlich mindestens ein exklusiv für „DG Stage Live on Tape“ produziertes, von Stars der Künstlerfamilie der Universal Music Group dargebotenes Konzert abrufbar sein. Den Auftakt übernimmt am 28. Juni die Pianistin Alice Sara Ott mit einem kammermusikalischen Recital. Am 3. Juli folgt ein Konzert des Pianisten Víkingur Ólafsson mit dem Konzerthausorchester Berlin und Christoph Eschenbach; am 16. Juli präsentieren der Tenor Rolando Villazón und der Harfenist Xavier de Maistre lateinamerikanische Lieder.

Anne-Sophie Mutter und John Williams

Die Initiative der Deutschen Grammophon erlaube es ihm, vor Zuschauern auf der ganzen Welt seine Kunst live nahezubringen, es sei aufregend, dabei mitzuwirken, wie Klassik auf diese Art neu erlebbar werde, sagt der französische Tenor Benjamin Bernheim, der am 19 Juli auf dem Programm steht.

Weitere Höhepunkte: die Open-Air-Produktion von Puccinis Oper „Tosca“ des Teatro San Carlo in Neapel mit Anna Netrebko, Yusif Eyvazov und Ludovic Tézier in den Hauptrollen, bei DG Stage zu sehen am 30. Juli; die Online-Premiere von „John Williams In Vienna“, dem Mitschnitt eines Konzertes im Wiener Musikvereins, bei dem Williams die Wiener Philharmoniker dirigierte und Anne-Sophie Mutter zu Gast war.

Die Preise für die Online-Tickets reichen von 4,90 Euro bis 12,90 Euro. Mit dem Online-Angebot könnten Musikliebhaber trotz diverser Absagen ein hochwertiges Programm erleben, so Clemens Trautmann, Präsident von Deutsche Grammophon.




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