Belgien muss drei Panda-Bären vertragsgerecht an Peking zurückgeben. In den USA gibt es nach einer kurzen, politischen Eiszeit hingegen Hoffnung auf zwei neue Tiere aus China.

Korrespondenten: Knut Krohn (kkr)

Belgiens Panda-Freunde sind in Aufregung. Drei von fünf Bären, die im Zoo Pairi Daiza zu bestaunen sind, werden noch in diesem Jahr nach China zurückkehren müssen. Das hat der Tierpark nun offiziell bestätigt. Allerdings war der Abschied vorauszusehen, denn die übliche Vereinbarung mit Peking lautet, dass Pandas vier Jahre nach ihrer Geburt in einem fremden Tierpark in ihre eigentliche „Heimat“ gebracht werden. Auch der Zoologische Garten in Berlin hat zwei Pandas. Ende 2023 musste das Berliner Panda-Pärchen Meng Meng und Jiao Qing seine Kinder Pit und Paule nach China abgeben, so wie es der Vertrag vorsah.

 

Der Premierminister empfängt die Pandas

In diesem Fall hatte der Zoo Pairi Daiza, der unweit der französischen Grenze in einem Naturschutzgebiet liegt, noch unerwartetes Glück. Denn der Panda Tian Bao (Schatz des Himmels) wurde bereits am 2. Juni 2016 geboren. Doch wegen der Corona-Pandemie konnte er nicht nach China zurückgebracht werden. So erlebte er noch die Geburt seiner Geschwister - die Zwillinge Bao Di und Bao Mei - im August 2019.

Die Eltern der Tiere wurden bereits 2014 in dem belgischen Zoo untergebracht und sind für insgesamt 15 Jahre ausgeliehen. In Pairi Daiza, der Name stammt aus dem Altiranischen und bedeutet Paradies, wurden sie damals sogar höchstpersönlich vom damaligen Premierminister Elio di Rupo in Empfang genommen und entwickelten sich auf Anhieb zu Publikumslieblingen. In der Saison wurde ein Rekord von fast 1,4 Millionen Besuchern gezählt.

Pandas als tierische Botschafter

Sie waren ein Paradebeispiel dafür, wie China erfolgreich seine Pandas als diplomatisches Mittel einsetzt, um das eigene Image im Ausland aufzupolieren. Die bei vielen Zoo-Besuchern beliebten Bären sind größtenteils in der südwestlichen Provinz Sichuan des Landes beheimatet. Meist verleiht Peking die schwarz-weißen Tiere für eine hohe Miete an wohlgesonnene Länder oder versucht mit den ihnen die Beziehungen mit den Staaten zu verbessern.

Geradezu spektakulär war das Geschenk von zwei Bären an die USA im Jahr 1972, nach dem historischen Besuch des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon in Peking. Die Ankunft der Tiere galt damals als Anzeichen eines vorsichtigen Tauwetters zwischen den Staaten. Von höchster symbolischer Bedeutung war deshalb auch, dass Peking im vergangenen Herbst mehrere Pandas vom Zoo in der US-Hauptstadt Washington zurückforderte, weil der Leihvertrag ausgelaufen war. Die Rückkehr nach China, zunächst ohne Aussicht auf ein neues Bärenpaar, kommt zu einer Zeit, in der das Verhältnis der beiden Staaten auf einem Tiefpunkt angelangt ist.

Freundliche Signale in Richtung USA

Inzwischen sendet Peking allerdings wieder erste freundliche Signale in Richtung USA – und benutzt dazu seine Pandas. Laut US-Medienberichten könnten in San Diego im Sommer zwei Pandas aus China eine neue Heimat bekommen. Mit dem kalifornischen Zoo sei ein Kooperationsvertrag unterzeichnet worden, sagte die Sprecherin des chinesischen Außenamtes, Mao Ning, am Donnerstag in Peking. Die Zusammenarbeit trage zum Schutz der gefährdeten Tiere bei und fördere die Freundschaft zwischen den Menschen, unterstrich sie im selben Atemzug die hohe symbolische Bedeutung der Tiere.