Bukow und König bekamen es in „Sabine“ mit einer Serienmörderin aus Verzweiflung zu tun. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)

Rostock - Was taugt „Sabine“? Der neue „Polizeiruf 110“ aus Rostock in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Die frustrierte Zeitarbeiterin Sabine (Luise Heyer) hat mit dem Leben abgeschlossen und nimmt sich vor, noch ein paar Leute zu erschießen. Das Rostocker Team König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) kommt ihr zunächst nicht auf die Spur, weil die Frau so unscheinbar wirkt.

Zahl der Leichen fünf.

Geduld Es dauert rund 28 Minuten, bis Sabine wie eine Schlafwandlerin aus stiller Verzweiflung in illusionslose Rache hinübergleitet. Hier wird sehr schön ein Charakter entworfen.

Motivation „Wir sind das Arbeitsvieh, die Gefickten“, wirft Sabine einem Gewerkschaftsmann vor, von dem sie sich verraten fühlt. Sie weiß, dass ihr Problem kein individuelles ist, sondern viele andere betrifft. Sie glaubt aber nicht an große Lösungen. Das ist alles stimmig. Nur die fast spöttische Leichtigkeit, mit der sie von nun an abdrückt, damit „Sabine“ symbolische Bilder bekommt, die will einfach nicht zu ihr passen.

Ermittlerprobleme Schön ruppig nebenbei wird die Beziehung von König und Bukow weitergeführt. „Sind Sie beide eigentlich jetzt zusammen?“, schnüffelt der Chef. Darauf König: „Das erzähle ich Ihnen, wenn Sie mir sagen, warum Sie immer in die Herrensauna gehen.“

Unser Fazit Unglück und prekäre Verhältnisse, wo man hinschaut: eigentlich ein stimmungsvoller Krimi. Aber er verlangt zu viel Aggression von seiner Hauptfigur.

Spannung Note 2; Logik Note 3,5

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