Rettungsaktion in Ludwigsburg Warum es im Monrepos-See nun heftig sprudelt

An fünf Stellen im Monrepos-See wurden Pumpen installiert. Foto: privat/Andreas Schulz 3 Bilder
An fünf Stellen im Monrepos-See wurden Pumpen installiert. Foto: privat/Andreas Schulz

Der Monrepos-See in Ludwigsburg droht zu kippen. Die dort ansässigen Sportfischer wollen das unbedingt verhindern – und haben jetzt mit einer Rettungsaktion begonnen. Dabei bekommen sie Hilfe von mehreren Stellen.

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Ludwigsburg - Die Rettungsaktion für den Monrepos-See ist angelaufen. Am Wochenende haben Mitglieder des Sportfischervereins Ludwigsburg in einer sechsstündigen Aktion fünf Tauchpumpen in den See gesetzt. Die Pumpen blubbern nicht etwa für Spaziergänger und Erholungssuchende, sondern sollen dafür sorgen, dass der See wieder besser belüftet wird.

Der See im Naherholungsgebiet zwischen Ludwigsburg und Freiberg am Neckar droht umzukippen, da der Sauerstoffgehalt im Wasser viel zu gering ist. Einer der Gründe: Der Ablauf ist verlandet, hinzu kommt Wasserknappheit. In den vergangen drei Jahren begann das Gewässer in den Sommermonaten regelrecht zu brodeln. „Die Pumpen sind aber nur eine Übergangslösung“, sagt Gewässerwart Andreas Schulz. „Wir haben uns Zeit verschafft, um weitere Projekte anzugehen.“

Studenten der Hochschule Reutlingen arbeiten mit

Langfristig stehe der Stromverbrauch der fünf Pumpen, die die Hofkammer bereitgestellt hat, in keinem Verhältnis. Schulz wird in den kommenden Tagen überprüfen, was die Maßnahme bringt. Unterstützt wird er dabei von sechs Studierenden des Studiengangs International Project Engineering der Hochschule Reutlingen. Sie werden sich im Rahmen des Projekts „Monrepos – Remote Monitoring von Gewässerkenndaten“ der digitalen Aufbereitung der Daten widmen. Bislang hatte Schulz die Werte händische in Excel-Tabellen eingepflegt – ein enormer Aufwand.

Auch außerhalb des Sees soll bald etwas passieren. Für eine Aufklärungskampagne mit Plakaten, die Spaziergänger sensibilisieren und vom Entenfüttern abhalten sollen, hat die Sparda-Bank Ludwigsburg monetäre Unterstützung zugesagt. „Das Geld können wir wirklich gut gebrauchen“, sagt Schulz. Auf lange Sicht bleibt wohl nichts anderes übrig, als den Zulauf zum See zu renaturieren und den Ablauf frei zu graben.

Sprudelndes Wasser ist neues Lieblingsmotiv der Spaziergänger

Nach dem ersten Schritt ist Schulz aber zuversichtlich. „Die, die jetzt mit im Boot sind, sind gewillt, das freut uns natürlich.“ Die Sportfischer haben bereits am ersten Tag beobachtet, dass die Menschen, die rund um das Monrepos unterwegs sind, ebenfalls ihre helle Freude an dem Gesprudel der Pumpen haben. „Sie haben Eichhörnchen als beliebtestes Fotomotiv abgelöst.“




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