Schauspiel am Nachthimmel Wann Sie den Supermond in Stuttgart sehen

Von Sina Götz 

Ein Schauspiel für Frühaufsteher: In dieser Woche ist ein Supermond am Nachthimmel zu sehen. So nahe wird der Mond jahrelang nicht mehr an der Erde vorbeifliegen.

Am Mittwoch in der Früh wird ein Supermond über Stuttgart erwartet. Foto: Andreas Rosar// Fotoagentur-Stuttgart
Am Mittwoch in der Früh wird ein Supermond über Stuttgart erwartet. Foto: Andreas Rosar// Fotoagentur-Stuttgart

Stuttgart - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch lohnt sich ein Blick in den Himmel. Der Grund: am Mittwochmorgen zeigt sich der Mond in seiner ganzen Pracht. Um 4.35 Uhr ist der sogenannte Supermond zu sehen. Es ist der größte Vollmond in diesem Jahr.

Wie es zu solchen Supermonden kommt? Der Mond bewegt sich auf einer elliptischen Bahn und ist deshalb mal näher dran an der Erde und mal weiter entfernt. Mitte dieser Woche wird der Mond dann auf seinem erdnächsten Punkt sein.

Zwar zeigte sich bereits im März ein Supermond. Doch der Vollmond am Mittwoch „ist ein kleines bisschen größer“, erklärt Hans-Ulrich Keller, der Astronomie an der Universität Stuttgart lehrt. Der Mond wird dann 356.907,1 Kilometer von der Erde entfernt sein. 357.120 Kilometer waren es beim vergangenen Supermond im März. „Sie sind, wenn man die Maße betrachtet, in denen man sich hier bewegt, also fast gleich groß“, so der der ehemalige Direktor des Stuttgarter Planetariums.

Nur Geübte können Supermond erkennen

Der Astronom warnt allerdings vor Enttäuschungen. „Um den Unterschied zu einem normalen Vollmond zu sehen, braucht man ein sehr gutes Auge“, sagt Keller. Man müsse den Mond schon regelmäßig und auf der gleichen Höhe beobachtet haben, um einen Unterschied zu erkennen. Laut einem Bericht des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll für Laien vor allem das helle Leuchten des Supermonds auffällig sein. Am besten ist der Vollmond um 4.35 Uhr zu sehen. Dann wird laut dem DLR die erdzugewandte Seite des Monds „astronomisch ganz von der Sonne ausgeleuchtet“.

Hans-Ulrich Keller betont, dass der Supervollmond nicht mit dem Auf- und Untergang des Mondes verwechselt werden dürfe. „Das ist ein psychologischer Effekt“, erklärt Keller. So würden der Mond oder die Sonne, sobald sie sich dem Horizont nähern, vom Menschen als größer wahrgenommen werden. „Das wird dann deutlich, wenn man im Urlaub ein tolles Bild vom Sonnenuntergang machen möchte. Auf dem Bild ist dann aber nur ein kleiner Punkt zu sehen“, erklärt er. Wer dennoch sein Glück beim Fotografieren versuchen möchte, dem empfiehlt das DLR eine Spiegelreflexkamera mit einem möglichst großen Teleobjektiv.

Alle, die den Supermond in diesem Jahr verschlafen, können bereits die Nacht vom 26. auf 27. Mai 2021 in ihren Kalendern eintragen. Dann nämlich kommt der Mond der Erde wieder ganz nahe. Nur 400 Kilometer wird er weiter entfernt sein als der diesjährige Supermond. Näher als in diesem Jahr kommt der Mond laut DLR der Erde übrigens erst wieder 2035.