Solarzellenfahrzeug von Sono Motors Münchner Mitfahrgelegenheit in die Zukunft

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Das Münchner Start-up Sono Motors will die Autobranche revolutionieren. Ihr Elektrofahrzeug Sion soll sich über Solarzellen laden und durch Carsharing-Anwendungen seine Fahrer selbst suchen. Gerade hat das junge Unternehmen erfolgreich über 50 Millionen Euro gecrowdfundet. Grund genug für einen Besuch.

München - In einem kleinen Industriegebiet im Münchner Norden könnte gerade das Auto der Zukunft entstehen. Davon sind zumindest die Gründer des Start-ups Sono Motors überzeugt. Und neben den mittlerweile knapp 100 Mitarbeitern glauben auch Investoren aus der ganzen Welt an die Vision eines neuen Autos.

Krise der Automobilindustrie

Über 50 Millionen Euro hat das Unternehmen Anfang des Jahres eingesammelt, um weiter daran arbeiten zu können, den Sion auf die Straße zu bringen: Ein Auto, das sich durch integrierte Solarzellen selbst lädt und mit Hilfe von sogenannter Sharing-Service-Technologie seine Fahrer selbst sucht, das Strom aufnehmen und ins Netz einspeisen kann und nachhaltig in Europa produziert werden soll.

Die Automobilbranche in Deutschland steht vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel und die Klimaziele der EU erfordern einen Wandel des Mobilitätssektors. Die Tage des Verbrennungsmotors sind wohl gezählt. Gleichzeitig entwickelt sich das Auto von einem privaten Statussymbol, das die meiste Zeit in der heimischen Garage steht, zu einem intelligenten Mobilitätssystem, das von verschiedenen Fahrern genutzt werden kann.

Innovationsdruck und Sparmaßnahmen

Große deutsche Autobauer wie Daimler, VW und Audi sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie die Zeichen der technologischen Wende zu spät gedeutet haben und nun in Sachen Elektromobilität der Konkurrenz aus den USA und China hinterherlaufen. Hinzu kommt, dass die Verstrickungen in den Abgasskandal und die folgenden Strafzahlungen die Bilanzen weiterhin belasten.

Nachhaltige Visionen aus München

Dass Sono Motors die deutsche Autoindustrie aus der Krise führen wird, ist wohl eher unwahrscheinlich. Für das junge Unternehmen ergeben sich aus den 50 Millionen Euro neue Möglichkeiten, aber auch eine große Verantwortung gegenüber seinen Investoren. Ob das Start-up seinen ambitionierten Ziele erreichen kann, wird sich noch zeigen. Wir haben Sono Motors für eine Testfahrt mit dem Sion besucht.