Stuttgart-Fasanenhof Schöner Wohnen am Europaplatz

Von Leonie Schüler 

Anwohner haben Vorschläge erarbeitet, wie der Europaplatz in Stuttgart-Fasanenhof lebenswerter werden kann. Sie wünschen sich unter anderem, dass die Bäume öfter gegossen und die Mülleimer anders aufgestellt werden.

Der Europaplatz ist weitläufig. Anwohner wünschen sich einen Lageplan, um vor allem Besuchern die Orientierung zu erleichtern. Foto: Leonie Schüler
Der Europaplatz ist weitläufig. Anwohner wünschen sich einen Lageplan, um vor allem Besuchern die Orientierung zu erleichtern. Foto: Leonie Schüler

Fasanenhof - Ulf Ottmann und Rolf Pfeiffer betonen: „Im Wesentlichen sind wir hier zufrieden, aber ein paar Dinge könnten verbessert werden.“ Die beiden Nachbarn wohnen seit 2014 am neu gebauten Europaplatz. Sie loben die Nahversorgung und die Verkehrsanbindung in dem ehemaligen Sanierungsgebiet Soziale Stadt. Viele Millionen Euro sind dank des Bund-Länder-Programms zwischen 2003 und 2016 in das Wohngebiet geflossen. „Aber man kann nicht ein Band durchschneiden, und dann kümmert sich keiner mehr“, sagt Ottmann, der sich als Verwaltungsbeirat für das Gebäude Nummer 14 engagiert.

Über das städtische Beschwerdeportal haben Ottmann und Pfeiffer eine „Gelbe Karte“ eingereicht. Sie stört zum einen der Müll, der sich rund um die Sitzbänke ansammelt. „Die Menge der Abfallkörbe ist in Ordnung, aber die Standorte sind zum Teil falsch“, sagt Ottmann und zeigt einen Mülleimer, der beim Spielplatz am Delpweg steht und kaum benutzt werde, während andere „hoffnungslos überfüllt“ seien. „Unser Vorschlag ist, einige leere Körbe dorthin zu versetzen, wo viel anfällt.“ Ein weiteres Müllproblem auf den öffentlichen Grünflächen vor den Gebäuden 14 bis 18 haben die Anwohner selbst in die Hand genommen „Wir haben unseren Hausmeister gebeten, dass er den Bereich auf unsere Kosten mitreinigen soll“, sagt Pfeiffer. Er selbst fülle zudem die Hundekottüten auf.

Lagepläne sollen bei der Orientierung helfen

Ein weiterer Wunsch der beiden Nachbarn ist es, Besuchern die Orientierung auf dem weitläufigen Gelände zu erleichtern. Daher schlagen Ottmann und Pfeiffer Lagepläne vor, auf denen alle Gebäude mit Hausnummern sowie die Standorte der Altglas-Container aufgeführt sind. Zwar gibt es bereits Tafeln, diese sind allerdings von der Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) und führen lediglich die firmeneigenen Gebäude auf.

Ferner fordern die beiden Männer die Polizei auf, ihre Präsenz am Europaplatz zu verstärken. In der jüngeren Vergangenheit seien immer wieder Autos aufgebrochen worden, berichtet Pfeiffer. „Und vor den Litfaßsäulen parken manchmal mehrere Autos, sodass das ganze Wochenende über kein Durchkommen ist“, klagt Ottmann.

Die Bäume bekommen zu wenig Wasser

Auch die Bäume bereiten den Nachbarn Sorge. Sie hätten im Sommer unter der Hitze gelitten und seien nicht ausreichend gegossen worden. Das Problem sei, dass die Bäume auf der Tiefgarage gepflanzt wurden und nicht tief genug wurzeln können. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat sich bereits schriftlich dazu geäußert. „Im Rahmen des uns zur Verfügung stehenden Personals und der finanziellen Möglichkeiten haben wir die Pflege so gut wie möglich durchgeführt“, heißt es in dem Schreiben. Gleichzeitig verweist das Amt auf die „Baumpatenschaften“, bei der sich Bürger ehrenamtlich um einen Baum kümmern.

Den Vorschlag halten Ottmann und Pfeiffer aber nicht für sinnvoll. Zum einen bräuchte es einen circa 200 Meter langen Schlauch, um alle Bäume zu erreichen. Zum anderen müsste wegen des Wasserverbrauchs das Einverständnis aller Hausbewohner eingeholt werden. Vielmehr brauche es eine automatische Bewässerungsanlage. Ottmann: „Wenn ich eine Planung mache, dann muss ich die Realität voraussehen. Wenn beides nicht zusammenpasst, dann muss ich nachjustieren.“ Ebenso missfällt ihm, dass im Rahmen der Ausgleichspflanzungen für gefällte Bäume am Europaplatz teilweise andere Standorte in Möhringen gewählt worden seien.

Pfeile für die Radfahrer

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fahrradsituation. Bügel zum Anschließen seien hinter dem Haus Nummer 20 versteckt. „Die sehen die Leute nicht und stellen ihre Räder irgendwo hin“, sagt Pfeiffer und schlägt vor, die Bügel an eine gut sichtbare Stelle zu versetzen. Ferner sei es nötig, anhand von Pfeilen zu markieren, wo Radfahrer fahren dürfen. Immer wieder komme es beinahe zu Zusammenstößen.

Und schließlich wünschen sich die beiden Anwohner einen Gestattungsvertrag, der alle beteiligten Ämter, aber auch die GWG und die Anwohner unter einen Hut hole. „Der Vertrag soll konkret festlegen, wer wofür zuständig ist“, sagt Rolf Pfeiffer, und meint unter anderem Kehrdienste oder eine Regelung, wer den Platz befahren darf.

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