Tatort-Kritik: „In der Familie“, Teil zwei Das Ringen um Sofias Seele

Sofia (Emma Preisendanz) ist siebzehn und lernt gerade alles, was man in der Mafia braucht – auch Schießen. Foto: BR/WDR/X Filme/Hagen Keller 18 Bilder
Sofia (Emma Preisendanz) ist siebzehn und lernt gerade alles, was man in der Mafia braucht – auch Schießen. Foto: BR/WDR/X Filme/Hagen Keller

Der Dortmunder Ermittler Faber lässt nicht locker. Im zweiten Teil der „Tatort“-Jubiläumsfolge „In der Familie“ will er einen Mafiaring härter angehen, als das Batic und Leitmayr tun. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)

München - Was taugt der zweite Teil von „In der Familie“? Die neue „Tatort“-Jubiläumsfolge aus München und Dortmund in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen In München versuchen Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), an die Führungsebene jener Mafiazelle heranzukommen, auf die sie im ersten Teil von „In der Familie“ in Dortmund gestoßen sind. Faber (Jörg Hartmann) will mit ruppigen Konfrontationsmethoden schneller zum Zug kommen als die Kollegen.

Zahl der Leichen Drei

Profiperspektive Batic und Leitmayr finden den erschossenen Mafioso Pippo. Trockener Kommentar: „Bringen die sich jetzt gegenseitig um? Da gibt’s Sachen, die machen mich trauriger.“

Dienstaufsicht Faber bricht wie schon im ersten Teil Regeln, agiert freihändig, pfeift auf Vorgesetzte. Das wird bemerkt. Er stehe, ermahnt ihn ein Kollege, mit einem Fuß im Gefängnis.

Selbstjustiz I Die 17-jährige Sofia (Emma Preisendanz) hat bei einer Entführung mitgeholfen, deren Opfer nicht überlebt. Eine Grenze ist überschritten. Sie erschießt Pippo, der allerdings drauf und dran ist, sie zu vergewaltigen, bringt beinahe den Sohn eines Mafioso um, weil sie erfahren will, wer ihre Mutter ermordet hat, und ist mal kurz davor, ihren Vater vor einen Zug zu stoßen. Man kann den zweiten Teil von „In der Familie“ als langes Ringen um die Seele von Sofia sehen.

Selbstjustiz II Sofia versucht, über die Grenze zu fliehen. Leitmayr, Batic und Faber könnten sie mit dem Auto noch erwischen. Aber Leitmayr lässt den Motor nicht an: „Ist vielleicht die beste Chance, die sie hat.“ Faber kommentiert das weniger abgeklärt: „Scheiße!“

Unser Fazit Von Pia Strietmann spannend inszeniert, von allen gut gespielt. Aber wie soll das bloß mit Faber in Dortmund weitergehen?

Spannung Note 1; Logik Note 1




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