Tipps bei Schlafprobleme So gelingt die „Gute Nacht“

Von Regine Warth 

Ein Drittel der Bundesbürger leidet unter Schlafstörungen. Ärzte geben Tipps, wie sich die Ursachen beheben lassen und wann es die Hilfe von Experten braucht.

Schlafstörungen sind laut Experten eine Volkskrankheit.  Hauptursache für die Einschlaf- und Durchschlafstörungen sind  Gedankenkreisen, Grübeln und Sorgen. Foto: Fotolia/© Dan Race
Schlafstörungen sind laut Experten eine Volkskrankheit. Hauptursache für die Einschlaf- und Durchschlafstörungen sind Gedankenkreisen, Grübeln und Sorgen. Foto: Fotolia/© Dan Race

Stuttgart -

Was braucht der Mensch zum schlafen?

 

Probeliegen ist ein Muss beim Matratzenkauf Foto: Wellform_GmbH
Viele Menschen wachen morgens mit dem Gefühl auf, sich irgendwie verlegen zu haben. Daran können durchgelegene Betten schuld sein: Die Schlafqualität sinkt, die Muskeln verspannen sich, und es kommt zu Schmerzen. Zeit für einen Matratzenwechsel. Fragt man Schlafforscher, welche optimale Unterlage es denn sein sollte – Latex, Federkern oder Boxspring –, lautet die Antwort des Vorstandsmitglieds der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Hans-Günther Weeß: „Eine, auf der man gut schläft.“

 

Seiner Meinung nach braucht es keine besondere Matratze, um gut zu schlafen. Es sollte aber eine sein, die zu der Orthopädie des Einzelnen passt, so Weeß: Etwa, ob er einen Bandscheibenvorfall hat, wie alt er ist und wie viel er wiegt. „Wer die Möglichkeit hat, sollte probeliegen.“ Schmerzt nach vier Stunden der Rücken, war es die falsche.

Ähnlich schwer tun sich Schlafforscher mit der Frage, wie dunkel es denn im Schlafzimmer sein müsse: „Evolutionsbedingt schlafen die Menschen in der Dunkelheit am besten“, sagt Weeß. Dann wird das Schlafhormon Melatonin gebildet, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert und auch an vielen biologischen Funktionen beteiligt ist. Dazu gehören die Nierenfunktion und der Blutdruck. Fraglich bleibt, wie stark künstliches Licht die Schlafqualität beeinflusst: So legen mehrere Studien nahe, dass die innere Uhr des Menschen besonders empfindlich auf das bläuliche Licht von LED-Bildschirmen, etwa von Smartphones, reagiert. Und auch der Stuttgarter Schlafmediziner Burkhard Hofmann, Ärztlicher Leiter des Pneumologisch-Neurologischen Zentrums am Stuttgarter Rotkreuzkrankenhaus, betreut Patienten, bei denen dieser Lichteinfluss eine Rolle bei ihren Schlafproblemen spielen kann.

Andere Schlafmediziner wie Hans-Günter Weeß sind da etwas skeptischer: Die Auswirkungen dieses Lichteffekts lassen sich nur schwer von denen abgrenzen, die durch emotionale Anspannungen entstehen, sagt er. „Wenn etwa die Nachrichten aus sozialen Netzwerken und Chats so spannend sind, dass man gar nicht zum Schlafen kommt.“

Dagegen senkt nächtlicher Lärm immer die Schlafqualität – selbst wenn es einem gelingt, dennoch zu ruhen. Daher raten Ärzte: Wenn Ohrstöpsel und schalldichte Fenster nichts bringen, dann sollten Betroffene vielleicht doch über einen Wohnungswechsel nachdenken.

Der Einfluss der Zimmertemperatur auf die Schlafqualität ist da schon besser einzuschätzen: Temperaturen zwischen 18 bis 20 Grad Celsius im Raum haben sich als optimales Schlafklima erwiesen. „Da schwitzt man nicht, friert aber auch nicht“, sagt der Somnologe Burkhard Hofmann. Da kann der Körper ganz entspannt zur Ruhe kommen.