Transferupdate zum VfB Stuttgart Förster kommt, Duo bleibt – und was wird aus Donis?

Die Zukunft von Anastasios Donis ist immer noch in der Schwebe. Foto: Baumann 20 Bilder
Die Zukunft von Anastasios Donis ist immer noch in der Schwebe. Foto: Baumann

Sein Ex-Trainer Kenan Kocak bezeichnet Zugang Philipp Förster als „einen der besten Mittelfeldspieler der zweiten Liga“. Santiago Ascacibar bleibt wie Nicolas Gonzalez beim VfB, aber fehlt aus disziplinarischen Gründen im Kader.

Sport: Gerhard Pfisterer (ggp)
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Stuttgart - Als der VfB Stuttgart seinen neuen Sportdirektor Sven Mislintat Anfang Juni kurz nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga vorstellte, gab er eine weitsichtige Prognose in Sachen Kaderplanung ab. Man möge doch noch bitte – so sagte er sinngemäß – bis 2. September warten, um eine Beurteilung des Aufgebots für die neue Saison vorzunehmen. Das drei Monate in der Zukunft liegende Datum hatte er freilich ganz bewusst gewählt.

Denn weil der 31. August in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, blieb das Sommer-Transferfenster sogar bis 2. September offen – bis Montag also. Und Mislintat nutzte diese Zeit wie angekündigt voll aus, bis zur letzten Minute.

20 Zu- und 18 Abgänge verbuchte er insgesamt. Den letzten Neuzugang machte er am frühen Abend kurz vor Transferschluss in Deutschland (18 Uhr) klar mit der Verpflichtung von Philipp Förster vom Ligakonkurrenten SV Sandhausen. Ablöse: drei Millionen Euro. Der 24 Jahre alte und 1,88 Meter große Mittelfeldspieler unterschrieb einen Vertrag bis Juni 2023. „In Philipp bekommen wir einen sehr hungrigen, physisch robusten und spielstarken Mittelfeldspieler für unser Projekt Wiederaufstieg hinzu“, sagte Mislintat.

Joshua Kimmich ist einer der besten Kumpels von Philipp Förster

Viel Beifall bekam er dafür von einem Trainer, der Förster kennt wie kaum ein Zweiter. „Er ist einer der besten Mittelfeldspieler der zweiten Liga – ich kann den Stuttgartern nur gratulieren, sie werden die nächsten Jahre viel Spaß an Philipp haben“, sagte der zurzeit vereinslose Kenan Kocak. Er ist der Entdecker und große Förderer von Förster. Er holte den Spätentwickler mit dem guten Raumgefühl einst zu Waldhof Mannheim, nachdem Förster nach der B- und A-Juniorenzeit in Stuttgart (2010 bis 2014) nicht vom VfB übernommen worden war – und 2017 auch nach Sandhausen, nachdem Förster beim 1. FC Nürnberg nicht glücklich geworden war. „Er ist ein charakterstarker, fleißiger Junge und ein guter, intelligenter Fußballer, der noch nicht am Ende seiner Entwicklung ist“, sagte Kocak.

Förster, der seit gemeinsamen Stuttgarter Tagen Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München zu seinen besten Kumpels zählt, ist im Mittelfeld flexibel einsetzbar und sehr laufstark. An den ersten fünf Spieltagen spulte er im Durchschnitt 11,80 Kilometer ab, ein Top-Ten-Wert in der zweiten Liga. Zudem stehen nach fünf Begegnungen über 90 Minuten ein Treffer und zwei Torvorlagen für ihn zu Buche. Er ist maßgeblich am starken Sandhäuser Saisonstart mit zehn Punkten aus fünf Partien beteiligt.

Die Hängepartie um Anastasios Donis hält an

Zäher gestaltete sich für den VfB am Montag das Thema Abgänge. Drei Kandidaten dafür gab es ja noch: Santiago Ascacibar, Anastasios Donis und Nicolas Gonzalez.

Bei Donis war ein Weggang seit Monaten ein Thema. Mal wollte aber er nicht (Spartak Moskau), mal stieg der aufnehmende Verein doch noch aus (FC Genua). Am Montag ging es dann zum Medizincheck zu Stade Reims nach Frankreich, wo Donis vor seinem Wechsel zum VfB 2017 für OGC Nizza spielte. Die Verhandlungen zogen sich aber hin. „Wir wissen nicht genau, ob es sich noch richtet“, sagte Mislintat nach dem 2:1-Sieg gegen den VfL Bochum. Das Transferfenster in Frankreich war noch bis Mitternacht geöffnet.

Für Ascacibar gab es großes Interesse vom spanischen Erstligisten Betis Sevilla. Eine Leihe mit Kaufoption war im Gespräch, doch eine Einigung blieb aus. Genau wie Donis fehlte er gegen die Bochumer im Kader, allerdings aus anderen Gründen – aus disziplinarischen Gründen. Dem Vernehmen nach resultierte die Nichtberücksichtigung aus unterschiedlichen Vorstellungen mit Trainer Tim Walter bezüglich seiner Position. „Das ist ein Thema, das wir intern besprochen und erledigt haben“, sagte Mislintat dazu nur und fügte an: „Nach der Länderspielpause hat er wieder jede Chance, wie jeder andere auch. Er muss sich dann der Konkurrenz stellen.“

Gonzalez, um dessen Dienste Udinese Calcio gebuhlt hatte, blieb dem VfB ebenfalls erhalten. Er wurde zur Halbzeit eingewechselt – und erzielte das Tor zum 2:1.

In unserer Bildergalerie zeigen wir alle Neuzugänge des VfB Stuttgart.




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