Unfälle im Kreis Esslingen Mehr Verkehrstote zu beklagen

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2018 sind im Kreis Esslingen entgegen des Trends im Bereich des Präsidiums Reutlingen 16 Menschen im Straßenverkehr umgekommen – das sind doppelt so viele wie 2017.

Auch in diesem Jahr hat es schon tödliche Unfälle gegeben –  auf der B 27 bei Filderstadt starben am 1. Januar zwei Menschen. Foto: SDMG
Auch in diesem Jahr hat es schon tödliche Unfälle gegeben – auf der B 27 bei Filderstadt starben am 1. Januar zwei Menschen. Foto: SDMG

Kreis Esslingen - Im Gebiet des Polizeipräsidiums Reutlingen ist die Zahl der Verkehrstoten 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 31 auf 25 zurückgegangen. Das ist die positive Nachricht. Allerdings beschränkt sich diese Entwicklung auf die Kreise Reutlingen und Tübingen. Im Kreis Esslingen ist hingegen eine Verdopplung der Verkehrstoten zu beklagen. Hier haben im vergangenen Jahr 16 Menschen ihr Leben verloren, 2017 waren es acht gewesen. Unter den tödlich Verletzten befanden sich acht Autoinsassen, drei Motorrad- und fünf Fahrradfahrer.

Mehr als 30 000 Unfälle im Bereich des Präsidiums

Ein von Landkreis zu Landkreis unterschiedliches Bild zeichnet die Verkehrsunfallbilanz des Polizeipräsidiums auch bei den Schwerverletzten. Nachdem in den Jahren 2016 und 2017 deutliche Rückgänge zu verzeichnen gewesen waren, ist die Zahl im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 596 gestiegen. Für den Kreis Esslingen hingegen weist die Statistik einen Rückgang um sieben Prozent aus. Fast gleich hoch geblieben ist im Kreis Esslingen mit einem leichten Rückgang um 0,7 Prozent die Zahl der Leichtverletzten (1559), für alle Landkreise registrierte das Präsidium bei den Unfällen mit leichten Blessuren eine Zunahme um 2,2 Prozent auf 3380.

Insgesamt gesehen ist die Zahl der Unfälle 2018 erstmals seit Jahren zurückgegangen – in allen drei Kreisen zusammen hat es 30 178 Mal gekracht (minus 3,1 Prozent). Damit bewegen sich die Verkehrsunfälle ungefähr wieder auf dem Niveau von 2016. Der Gesamtschaden aller Unfälle lag nach den Schätzungen von Experten bei mehr als 464 Millionen Euro.

Alkoholsünder aus dem Verkehr gezogen

Bei der Ursachenforschung haben die Statistiker der Polizei die rund 12 000 Kleinstunfälle außen vorgelassen. Bei den schwerwiegenderen Unfällen haben sich als häufigste Ursache mit 2000 Unfällen Vorfahrtsverstöße herausgestellt. Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren und überhöhte Geschwindigkeit folgen auf der Rangliste der häufigsten Unfallursachen.

Während die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss in allen drei Landkreisen zusammen um 23 Prozent auf 398 gestiegen ist, ist für den Kreis Esslingen ein Rückgang festzustellen – um 34 Prozent auf 179. Auch bei den Unfällen mit Drogen weist die Bilanz eine Reduzierung um zehn Prozent auf. Übrigens: Nach Kontrollen wurden 2018 im Präsidiumsbereich 1236 Verkehrsteilnehmer wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung und 584 Fahrer wegen Fahrens unter Drogeneinfluss angezeigt.

Je höher die Geschwindigkeit desto schwerer die Unfälle

Die Polizei stellt indessen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit und der Schwere von Unfällen fest. Jeder fünfte Verkehrsunfall mit Toten oder Schwerverletzten geht auf das Konto Geschwindigkeit. Zu hohes Tempo ist hier die Unfallursache Nummer eins. Bei neun der 25 tödlichen Unfälle war zu hohe Geschwindigkeit ursächlich oder zumindest mit ursächlich. Auch in diesem Jahr hat es bereits Unfälle mit vier Toten gegeben, drei der tödlichen Unfälle passierten im Kreis Esslingen.

Nach einem Rückgang in den beiden vorangegangenen Jahren hat es 2018 wieder eine Zunahme von Unfällen mit Motorrädern gegeben. So stieg diese Zahl im Kreis Esslingen von 215 auf 237. „Ein Zusammenhang mit der monatelangen Schönwetterperiode von Mai 2018 an liegt auf der Hand“, so die Polizei.

Senioren verursachen viele Unfälle

2018 hat es so viele Unfälle mit Radlern wie seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. Alle Landkreise zusammen genommen lag die Zahl bei 1072. Wie schon in den vergangenen Jahren, stieg die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Pedelecs erneut an. Zurückgegangen ist hingegen die Zahl der Fußgängerunfälle ebenso wie die der Verkehrsunfälle mit Kindern bis 13 Jahre. Auf „hohem Niveau“, so die Polizei stagnieren die Unfälle mit Senioren ab 65 Jahren (2474). Mehr als zwei Drittel dieser Unfälle wurden von den Senioren verursacht, so eine Erkenntnis aus der Unfallbilanz.