VfB Stuttgart Das VfB-Motto am Dienstag: Erst absteigen, dann abtauchen

Kaum was zu sehen im Stadion an der Alten Försterei – sieht der VfB Stuttgart bald klarer, was die kommende Saison angeht? Foto: Baumann
Kaum was zu sehen im Stadion an der Alten Försterei – sieht der VfB Stuttgart bald klarer, was die kommende Saison angeht? Foto: Baumann

Die Führungsriege des VfB Stuttgart tagt nach dem Abstieg erst einmal hinter verschlossenen Türen. Klar ist in Bezug auf die Planungen für Liga zwei: Die Zeit drängt.

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Stuttgart - Die Fassungslosigkeit war den Protagonisten am späten Montagabend anzusehen. Und war zu hören in den dürren Statements zur Lage des abgestürzten Traditionsclubs. Gerade war der VfB Stuttgart nicht über ein 0:0 im Relegationsrückspiel beim 1. FC Union Berlin hinausgekommen – was nach dem 2:2 aus dem Hinspiel bedeutete: Der Club ist zum dritten Mal aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. „Es ist hart“, klagte Thomas Hitzlsperger, „es ist schwer, das zu erklären.“ Dann gab der Sportvorstand des VfB noch einen kleinen Einblick über die Lage in den Katakomben: „Es spricht keiner. Es gibt ja auch nichts zu sagen.“ Das sah der Club am Tag danach noch ganz genauso.

Der Präsident Wolfgang Dietrich? War am Montagabend als einer der ersten aus dem VfB-Tross aus dem Stadion an der Alten Försterei in Berlin verschwunden, ließ ein Statement via Vereinshomepage verbreiten („Ich bin geschockt“) und wird sich wohl erst in den nächsten Tagen ausführlicher äußern. Auch zur Frage, die er bislang mit einem klaren „Nein“ beantwortet hat: Kommt für ihn ein Rücktritt infrage?

Hitzlsperger: „Wir müssen nachdenken“

Der Sportvorstand Thomas Hitzlsperger? War am Montagabend noch kurz vor die Journalisten getreten, wollte am Dienstag das Geschehene auch erst einmal hinter verschlossenen Türen aufarbeiten und die nächsten Schritte besprechen. „Wir müssen nachdenken“, hatte er direkt nach dem besiegelten Abstieg noch in Berlin erklärt.

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Der Sportdirektor Sven Mislintat? Ist seit seinem Amtsantritt beim VfB Stuttgart Anfang Mai noch überhaupt nicht öffentlich in Erscheinung getreten – daran änderte sich auch nach dem Abstieg nichts. Dabei lechzt die frustrierte Fangemeinde geradezu nach Erklärungen der Führungsfiguren. Oder wenigstens nach ein paar aufbauenden Worten, die einen groben Plan skizzieren, wie es künftig weitergehen könnte – mit Mannschaft und Verein.

Doch für den VfB gilt am Dienstag: Dem Absteigen folgt das Abtauchen. Die bislang letzte Message in den sozialen Medien des Clubs lautet: „VfB ein Leben lang.“ Einige Spieler waren da auskunftsfreudiger.

Zuber verabschiedet sich im Internet

„Ich bin leer und traurig“, postete Steven Zuber am Dienstag über den Internetdienst Instagram – und verabschiedete sich vom Verein und den Fans: „Danke für die Zeit mit euch.“ Die Leihe des Schweizers endet, der Mittelfeldspieler kehrt zu 1899 Hoffenheim zurück. Dennis Aogo sendete ein Bild aus dem Fitnessstudio mit den Worten: „Muss erstmal den Kopf freibekommen.“ Und: „Ich kann immer noch nicht glauben, was gestern passiert ist.“ In der Kommandozentrale des VfB wurde genau darüber heftig diskutiert.

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Hitzlsperger, Mislintat und der neue Trainer Tim Walter steckten wohl am Dienstag schon die Köpfe zusammen, um das Unternehmen Wiederaufstieg zu planen. In der Außendarstellung spielt das Trio auf Zeit, intern aber drängt sie. Die neue Saison der zweiten Liga beginnt bereits am letzten Juli-Wochenende, spätestens am 17. Juni wird wohl die Vorbereitung beginnen, dann blieben sechs Wochen Zeit, das Team auf die neue Aufgabe und einen neuen Spielstil einzuschwören. Aber welches Team?

Alle wichtigen Positionen sind besetzt

Damit Walter nicht mit einem Rumpfteam oder noch wechselwilligen Spielern in die Vorbereitung einsteigen muss, ist vor allem Sven Mislintat gefragt, dem Trainer schnell einen für die zweite Liga überdurchschnittlichen Kader hinzustellen. Hauptsächlich an Thomas Hitzlsperger wird es liegen, das Umfeld des Clubs aufzurichten und auf einen neuen Weg einzuschwören. Dass dies viel schwerer fallen wird, als noch vor drei Jahren, ist sonnenklar.

Damals konnte der Abstieg als einmaliger Betriebsunfall abgetan und schnell nach vorne geblickt werden. Mit einem totalen Neuanfang auf den wichtigen strategischen Positionen, der neues Vertrauen und neue Hoffnung weckte. Das Vertrauen ist nach einer Saison, in der der VfB viel investierte, das Team aber viel zu wenig leistete, erst einmal verspielt. Die für die sportliche Planung wichtigen Positionen aber sind bereits besetzt – was sich in den kommenden Wochen zum Vorteil entwickeln soll. Wenn die Führungsriege des VfB wieder aufgetaucht ist.




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