Werbeflächen in Stuttgart Wer darf sich in der Stadt präsentieren?

Gehwegabschrankungen könnten auf beiden Seiten bespielt werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Gehwegabschrankungen könnten auf beiden Seiten bespielt werden. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Werbung ist vielfältig in der Stadt: Großflächig, digitalisiert, plakativ. Über das Gesamtkonzept möchte der Gemeinderat diskutieren, zumal die Werbeflächen neu vergeben werden. Diese Meinungen gibt es.

Lokales: Barbara Czimmer (czi)
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Stuttgart - Die Verträge über die Nutzung der Werbeflächen im öffentlichen Raum werden zum Jahr 2023 neu ausgeschrieben. Über den Werbemix, Inhalte und die Standorte der verschiedenen Werbeträger ist eine Diskussion entbrannt. Die Fraktionen von CDU, FDP und Freien Wählern beantragten den Erhalt aller Werbeflächen auf Gehwegabschrankungen, deren beidseitige Nutzung, und zwar schon von Herbst an, wenn Kultur wieder vor Publikum stattfinden darf. Die Innenseiten sollen Veranstaltern für kleinere Events kostenlos überlassen werden, für die Vorderseiten will die CDU die bisherige Lizenzgebühr halbieren.

Inhaltliche Diskussion steht noch aus

Die Grünen haben weitere Vorstellungen: „Wir wollen zwar die Gehwegabschrankungen auch behalten, sie sind ein wichtiger Bestandteil, aber wir wollen ein Gesamtkonzept für das geplante Fußgängerleitsystem, die Gehwegwerbung, die Litfaßsäulen“, sagt Andreas G. Winter, der Fraktionsvorsitzende. Diskutiert gehörten die Fragen, was Werbung leisten könne und welche Art von Werbung absehbar überhaupt noch zulässig sein werde. Statt Tabakwerbung, die ab 2024 bundesweit verboten werden soll, könnte sich Winter mehr Werbeflächen für Kultur, städtische Veranstaltungen oder Sport vorstellen. „Die Belebung der Innenstädte durch Kultur, Hotels, Gastronomie, Handel darf sich in kommerzieller Werbung im öffentlichen Raum gern spiegeln.“

Standort ist entscheidend

Die SPD-Fraktion will ebenfalls das Gesamtkonzept besprechen: „Mit dem genannten Antrag würde man die Anzahl der GWAs auf weitere zehn Jahre festschreiben ohne Rücksicht auf die Standortqualität“, sagt Susanne Kletzin. Es gebe Stellen, wo sie ästhetisch störend oder der Verkehrssicherheit abträglich. Lieber sollten die Flächen gesamtbetrachtet und vor allem freigeräumt werden zur günstigen Verwertung durch die Stadt. Die Fraktionsgemeinschaft Puls „befürwortet insgesamt eine Reduktion der Werbeflächen“, fordert diskriminierungsfreie Werbung und will Werbung vor allem für Kultur, Sport, lokale Wirtschaft und städtischen Kampagnen Platz schaffen. Die Fraktionsgemeinschaft Puls „befürwortet insgesamt eine Reduktion der Werbeflächen“, fordert diskriminierungsfreie Werbung und will Werbung vor allem für Kultur, Sport, lokale Wirtschaft und städtischen Kampagnen Platz schaffen.




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