Weltkrebstag Krebs für ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich

Im Labor des Instituts für Experimentelle Gentherapie und Tumorforschung (IEGT) der Universitätsmedizin Rostock schaut eine Doktorandin auf einen Monitor, auf dem ein Bild von Melanom-Zellen (schwarzer Hautkrebs) zu sehen ist. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Im Labor des Instituts für Experimentelle Gentherapie und Tumorforschung (IEGT) der Universitätsmedizin Rostock schaut eine Doktorandin auf einen Monitor, auf dem ein Bild von Melanom-Zellen (schwarzer Hautkrebs) zu sehen ist. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Es ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland – die Krebserkrankung. Um Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, findet am 4. Februar jährlich der Weltkrebstag statt.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Brüssel - In Deutschland starben im Jahr 2019 rund 231 000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung – 125 000 Männer und 106 000 Frauen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar mitteilt, war Krebs damit die Ursache für ein Viertel aller Todesfälle.

Dieser Anteil hat sich binnen 20 Jahren kaum verändert, auch wenn die Zahl der Krebstoten seit 1999 um rund zehn Prozent gestiegen ist. Ein Fünftel aller an Krebs Verstorbenen war jünger als 65 Jahre.

Jährlich sterben in der EU über eine Million Menschen an Krebs. Karzinome sind damit bei jedem vierten Todesfall die Ursache. Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch (3. Februar) ihren Aktionsplan gegen Krebs vorstellen. Ein Überblick über Krebserkrankungen in der EU:

Ost-West-Gefälle

In den neuen EU-Ländern im Osten der Gemeinschaft sterben bedeutend mehr Menschen an Krebs. Nach jüngsten Angaben der Statistikbehörde Eurostat aus 2017 ist Ungarn trauriger Spitzenreiter mit über 340 Krebstoten pro 100 000 Einwohner. Es folgen Kroatien und die Slowakei. Die sieben EU-Länder mit den meisten Krebstoten relativ zur Bevölkerung liegen alle im Osten der Union.

Gut schneiden vor allem Länder in Südeuropa ab. Zypern verzeichnete demnach nur 212 Krebstote pro 100 000 Einwohner, Malta 225 und Spanien 228. Auch im Norden sterben weniger Menschen an Krebs: In Finnland lag die Todesrate bei 219, in Schweden bei 232. Deutschland liegt mit 248 Krebstoten pro 100 000 Einwohnern immerhin unter dem EU-Durchschnitt.

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Mehr männliche Krebstote

In allen EU-Ländern sterben bedeutend mehr Männer als Frauen an Krebs. Am größten ist der Unterschied in Schweden, wo die Todesrate bei Männern 74 Prozent über der von Frauen liegt. Am ähnlichsten sind sich die Geschlechterstatistiken in den baltischen Ländern. Aber auch dort liegen die Todesraten bei Männern 45 Prozent über denen von Frauen.

Arten von Krebserkrankungen

Die häufigste tödliche Krebserkrankung in der EU ist Lungenkrebs. Lungenkarzinome sind die Todesursache bei jedem vierten männlichen und fast jedem siebten weiblichen Krebstoten. Bei Frauen ist der Anteil der Todesopfer durch Brustkrebs mit 17 Prozent allerdings noch höher. Darmkrebs ist bei zwölf Prozent der Krebstoten beider Geschlechter die Todesursache.

Ursachen

Während die genauen Ursachen einer einzelnen Krebserkrankung kaum auszumachen sind, verweisen Experten für langfristige Strategien zur Bekämpfung der Krankheit häufig auf Punkte wie Tabakkonsum, Ernährung und körperliche Betätigung.

Tatsächlich finden sich die drei EU-Länder mit den meisten Krebstoten (Ungarn, Kroatien, Slowakei) auch in der Top-10-Liste der Länder mit den meisten Rauchern. Zudem haben Länder mit mediterraner kulinarischer Tradition wie Spanien, Italien und Malta deutlich weniger Krebstote zu beklagen.

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Vorsorge

Auch hier gibt es gravierende Unterschiede zwischen den EU-Ländern. Etwa wurden in Finnland und Dänemark laut Eurostat-Daten von 2018 über 80 Prozent der Frauen im Alter zwischen 50 und 69 in den vorherigen zwei Jahren auf Brustkrebs untersucht. In der Slowakei durchlief im gleiche Zeitraum weniger als jede dritte Frau dieser Altersgruppe eine Mammographie, in Bulgarien sogar nur jede fünfte.

Ähnlich sieht es bei Darmkrebs aus. In Bulgarien, dem EU-Land mit den relativ zur Bevölkerung meisten Darmkrebserkrankungen, wurde nur jeder zehnte der 50- bis 74-Jährigen darauf voruntersucht. In Deutschland hingegen lag diese Quote bei über 80 Prozent. Die Daten von Eurostat stammen zwar aus dem Jahr 2014, nach Angaben der EU-Kommission bestehen aber weiterhin gravierende Unterschiede.

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