Donald Trump Frauen berichten von sexuellen Übergriffen

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Der durch einen Video-Mitschnitt in Bedrängnis geratene Donald Trump beteuert, seine sexistischen Äußerungen seien nur Prahlereien gewesen. Zwei Frauen schildern jetzt aber, dass er es keineswegs bei Worten belassen habe.

Wenn die Anschuldigungen der beiden Frauen stimmen, dann hat Donald Trump ein großes Problem. Foto: AP
Wenn die Anschuldigungen der beiden Frauen stimmen, dann hat Donald Trump ein großes Problem. Foto: AP

Washington - US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump wies die Vorwürfe entschieden zurück. Als er am vergangenen Sonntag während einer TV-Debatte gefragt wurde, ob er ein Grabscher sei, sagte er empört: „Nein, ich habe so etwas nie getan.“ Doch nun stellt sich heraus, dass Trump möglicherweise die Unwahrheit gesagt hat. Zwei Frauen sagten der Zeitung „New York Times“, dass der Immobilienunternehmer sie sexuell belästigt habe. Nach der Veröffentlichung des Videos aus dem Jahr 2005, in der Milliardär damit prahlt, dass er sich als Star Frauen gegenüber alles erlauben könne, sind die Anschuldigungen erneut ein heftiger Rückschlag für Trump. Seine Chancen, Nachfolger von US-Präsident Barack Obama zu werden, sinken.

Die heute 74 Jahre alte Jessica Leeds hatte zwar Freunden von dem Vorfall erzählt. An die Öffentlichkeit ging sie damit aber erst, als sie Trump am Sonntagabend während des Fernsehduells mit seiner Konkurrentin Hillary Clinton hörte. „Ich wollte auf den Bildschirm einschlagen“, sagte Leeds.

„Es waren nur Worte, nur Worte“

Der Übergriff ereignete sich Anfang der 80er-Jahre. Leeds, damals für eine Papierfabrik tätig, saß neben Trump in der ersten Klasse eines Flugzeuges auf dem Weg nach New York. Man habe geplaudert, sagte Leeds. Etwa 45 Minuten nach dem Start habe Trump plötzlich die Armlehne nach hinten geschoben und begonnen, sie zu betatschen. Er habe ihre Brüste berührt und versucht, ihr unter den Rock zu greifen. Leeds: „Er war wie ein Oktopus. Seine Hände waren überall.“ Geschockt packte Leeds ihr Handgepäck und flüchtete in die Economy-Klasse des Fliegers.

Ähnlich erbost wie Leeds zeigte sich Rachel Crooks, nachdem sie den 70 Jahre alten Trump am Sonntag im Fernsehen erlebt hatte. 2005 arbeitete sie am Empfang einer New Yorker Immobilienfirma, als sie eines Morgens Trump vor dem Aufzug traf. Sie habe sich vorgestellt und Trump die Hand geschüttelt. Doch der Geschäftsmann habe es dabei nicht belassen. Er habe sie erst auf die Wangen geküsst, doch urplötzlich „küsste er mich direkt auf den Mund“, sagte Crooks der Zeitung: „Ich war so wütend, weil er offenbar der Meinung war, dass ich so unbedeutend bin, dass er das einfach machen konnte.“

Wenn die Anschuldigungen der beiden Frauen stimmen, dann hat Donald Trump ein großes Problem. Denn bislang sagte er stets, seine Äußerungen seien lediglich Macho-Gerede oder „Geschwätz in der Umkleidekabine“ gewesen: „Es waren nur Worte, nur Worte.“ Der Ehemann seiner Konkurrentin, Ex-Präsident Bill Clinton, habe dagegen tatsächlich Frauen missbraucht, so Trump.

Trump reagierte äußerst verschnupft auf die jüngsten Vorfälle

Es ist davon auszugehen, dass sich nach der Veröffentlichung der Vorwürfe von Leeds und Crooks noch mehr Wählerinnen als bisher von Trump abwenden. Schon das Video, in dem Trump mit sexuellen Übergriffen prahlt, hat ihm schwer geschadet. Das belegt eine Umfrage aus dem Bundesstaat Wisconsin. Führte Hillary Clinton in der Gruppe der Frauen vor Bekanntwerden des Videos mit neun Prozentpunkten vor Trump, so waren es nach Ausstrahlung des Bandes bereits 23 Prozentpunkte.

Der Immobilienmilliardär, der wegen der Kritik an seinen Aussagen dem Establishment der eigenen Partei gewissermaßen den Krieg erklärt hat, reagierte übrigens äußerst verschnupft auf die jüngsten Vorwürfe. „Nicht davon ist jemals geschehen“, soll er nach Darstellung der „New York Times“ gebrüllt haben, als eine Reporterin telefonisch eine Reaktion von Trump haben wollte. Sie sei ein „abscheulicher Mensch“, soll Trump der Journalistin gesagt haben.




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