Frisch Auf Göppingen Einbruch in der Schlussviertelstunde

Von Jürgen Frey 

Frisch Auf Göppingen hält bei den Rhein-Neckar Löwen lange mit, verliert dann aber völlig den Kopf und unterliegt mit 21:28. Ein fehlender Ersatz für den verletzten Sebastian Heymann wirkt sich aus.

Enttäuschung auf der Bank von Frisch Auf Göppingen in der Mannheimer SAP-Arena: Nemanja Zelenovic, Kresimir Kozina, Trainer Hartmut Mayerhoffer,  Kapitän Tim Kneule (v. li.). Foto: imago/Thomas Frey
Enttäuschung auf der Bank von Frisch Auf Göppingen in der Mannheimer SAP-Arena: Nemanja Zelenovic, Kresimir Kozina, Trainer Hartmut Mayerhoffer, Kapitän Tim Kneule (v. li.). Foto: imago/Thomas Frey

Mannheim - Beim Stand von 19:18 eine Viertelstunde vor Schluss sah alles noch nach einer spannenden Schlussphase aus, doch dann verlor Frisch Auf Göppingen völlig seine Linie, spielte nicht mehr geduldig, leistete sich eine Vielzahl technischer Fehler und unterlag im baden-württembergischen Derby bei den Rhein-Neckar Löwen noch deutlich mit 21:28 (13:13).

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Ausschlaggebend war über das ganze Spiel hinweg die mangelnde Durchschlagskraft im Rückraum. Ivan Sliskovic benötigte für seine drei Tore zehn Versuche. Die beiden Linkshänder Nemanja Zelenovic und Nicolai Theilinger gingen leer aus. Tim Kneule und Josip Peric erzielten nur je ein Tor. Es wirkt sich negativ aus, dass Frisch Auf den Ausfall von Sebastian Heymann (Kreuzbandriss) aus finanziellen Gründen bisher nicht durch eine Nachverpflichtung kompensiert hat. Die fehlende Kadertiefe sah auch Trainer Hartmut Mayerhoffer als Grund für die klare Niederlage: „Wir konnten wichtigen Spielern wenig Pausen geben, dadurch erhöhte sich die Fehlerquote. Wir haben dem Gegner die Bälle geschenkt, die der zu leichten Toren nutzte.“

Schiller glänzt mit elf Toren

Mit Abstand treffsicherster Mann bei Frisch Auf vor 8457 Zuschauern war Marcel Schiller mit elf Toren, der Linksaußen verwandelte dabei alle sieben Siebenmeter. Zufrieden war der Nationalspieler dennoch nicht: „Wir haben gegen Ende komplett den Kopf verloren und disziplinlos gespielt.“

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Für Frisch Auf stehen 2019 noch drei Spiele auf dem Programm: gegen Aufsteiger und Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen (15. Dezember, 16 Uhr), gegen Spitzenreiter THW Kiel (26. Dezember, 18 Uhr/jeweils EWS-Arena) und beim Tabellenvorletzten Eulen Ludwigshafen (29. Dezember, 13.30 Uhr). Das Ziel dürfte klar sein: Vier Punkte, damit es nicht weiter Richtung Keller geht.

Aufstellungen

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (1.-60. Minute), Palicka (bei einem 7m); Schmid 4/3 Tore, Gensheimer 1/1, Kirkelökke 5, Tollbring 3, Abutovic, Mensah Larsen 3, Fäth 3, Groetzki 3, Guardiola, Petersson 1, Nielsen 3, Ganz, Kohlbacher 2.

Frisch Auf Göppingen: Rebmann (1.-52.), Kastelic (52.-60.); Theilinger, Kneule 1, Bagersted 1, Peric 1, Sliskovic 3, Sörensen, Schiller 11/7, Rentschler 3, Herrmann, Zelenovic, Kozina 1.